Demokratie in die Köpfe

Shownotes

Demokratie ist mehr als eine Staatsform, sie ist eine Lebensform. In seinem Vortrag im Rahmen der Veranstaltung "Den Wandel gestalten – Schule wirkt" spricht Prof. Dr. Klaus Zierer darüber, warum sich die Zukunft unserer Demokratie in den Schulen entscheidet. Ausgehend von aktuellen Krisen wie Klimawandel, Krieg, sozialer Ungleichheit und Vertrauensverlust zeigt er, welche zentrale Rolle Bildung für Demokratiefähigkeit spielt.

Zierer macht deutlich: Demokratie braucht gebildete, urteilsfähige und selbstverantwortliche Menschen. Schule ist daher nicht nur Lernort, sondern ein Raum gelebter Demokratie. Es geht um Haltung ebenso wie um Wissen, Streitfähigkeit und vor allem Vertrauen.

Ein eindringlicher Vortrag über Demokratiebildung, Lehrerprofessionalität und die große Verantwortung von Schulen. Für alle, die Bildung als gesellschaftliche Zukunftsaufgabe verstehen.

Intro: Studienleiterin Tanja Urban

Eine Kooperation mit dem Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Mehr zu Prof. Dr. Klaus Zierer.

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00:00:00: Die einzige Chance, die wir haben ist die Bildung der jungen Menschen zu maximieren und damit auch sicherzustellen dass sie in Anerkennung von Gleichheit und Freiheit diese Demokratie als Lebensform selbstbestimmt in Verantwortung vorübernehmen können.

00:00:31: die bei uns an

00:00:32: der Akademie

00:00:33: stattgefunden haben.

00:00:35: Herzlich willkommen zur heutigen Episode der Höhereime!

00:00:39: Schule sieht sich vor große Aufgaben gestellt, wie umgehen mit Veränderungen, die aus globalen Entwicklungen wie Globalisierung, Klimawandel, Migrations- und Fluchtbewegung kriegen, der technologischen Transformation und sozialer Ungleichheit resultieren?

00:00:54: Wie können wir den hierfür erforderlichen Wandel im Bildungssystem und in der Schule angehen?

00:00:59: Innovation braucht Mut Innovation braucht Ideen.

00:01:04: Innovation braucht Räume!

00:01:06: In der Reihe den Wanderer gestalten, bieten wir in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Kultusjugend und Sport Baden-Württemberg Räime für innovative Impulse Perspektivwechsel Methodisches Knowhow Fehlerfreundliches Erproben Und einen niederschwelligen Austausch zwischen Schulleitungen Lehrkräften Schülerinnen und Schülerinnen.

00:01:30: Bei der vierten Tagung in der Reihe haben wir Schule als Ort und Motor für Demokratie, das Konzept der offenen Schule in den Blick genommen.

00:01:39: Schule als Lebensort begreifen Kinder- und Jugendliche auf die Welt vorbereiten und dabei die Welt in die Schule lassen.

00:01:48: Herr Prof.

00:01:49: Dr.

00:01:49: Klaus Zierer ist gestartet als Grundschullehrer und ist momentan ordentlicher Professor fürs Schulpädagogik an der Universität Augsburg.

00:01:57: Er arbeitet gerne mit dem neues seeländischen Pädagogen John Hetty zusammen, Stichworte Hetty für gestresste Lehrer und kenne deinen Einfluss.

00:02:08: Die Botschaft ist – Lehrpersonen mit ihrer inneren Haltung, ihre Beziehung zu den Schülern und Schülerinnen und ihre Professionalität sind der entscheidende Faktor für Lernerfolg und nicht so sehr strukturelle Faktoren wie Klassengröße die Schulform Ganztag und Ähnliches.

00:02:26: Seine Bücher sind zum Teil sehr erfolgreich.

00:02:29: Unter anderem gute Bildung sieht anders aus mit Harald Lesch und der Bestseller, der uns heute besonders interessiert – Demokratie in die Köpfe!

00:02:39: Warum sich unsere Zukunft in den Schulen entscheidet?

00:02:42: Mit Julian Nieder-Rühmelin erschienen es im Jahr für die Welt.

00:02:48: Wir haben Professor Zierer gebeten mit uns seine Überlegungen zur Demokratiebildung angesichts der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Situation zu teilen.

00:02:58: Und ihn gefragt, was Bildung mit Demokratiefähigkeit zu tun hat?

00:03:02: Und was Schulen seiner Meinung nach tun können um zu Orten- und Motoren für Demokratie zu werden?

00:03:11: Demokratie sicherlich kein leichtes Thema wenn man es ernst nimmt.

00:03:15: das ist zwar gerade in aller Munde aber Ich glaube, manchmal auch sehr oberflächlich und ich versuche mal das Thema ein bisschen tiefgründiger anzugehen.

00:03:23: Ich habe jetzt fünfundvierzig Minuten Zeit und möchte in der Zeit auf folgende vier Fragen ein bisschen eingehen.

00:03:29: Der erste Punkt wird sein – vielleicht erinnern Sie sich noch an den Ausdruck der Zeitenwende.

00:03:35: eigentlich hätte damals der Bundeskanzler Scholz von Krisenzeiten sprechen müssen?

00:03:39: Und ich möchte es kurz kizzieren, warum diese Krisenzeiten da sind und warum die vielleicht uns gesamtgesellschaftlich herausfordern.

00:03:46: Und alles was uns gesamtgesellschaftliche herausfordert, fordert auch die Demokratie wie jede andere Staatsform heraus weil Demokratie im Kern nicht nur eine Staatsform ist sondern eine Lebensform.

00:03:57: Das ist eine zentrale Botschaft, die ich heute mal versuche.

00:04:00: dann auch einen zweiten Punkt deutlich zu machen.

00:04:02: wenn ich der Frage nachgehe was ist denn eigentlich Demokratie?

00:04:06: Man benutzt den Begriff sehr schnell.

00:04:07: Heute heißt es immer die Demokratie in der Krise.

00:04:10: naja was verstehen wir eigentlich unter Demokratie?

00:04:13: und manchmal bin ich mir gar nicht so sicher ob die von der Krisse der Demokratie sprechen auch die Demokratien darunter verstehen wie ich darunter verstehe Dann ist heute schon angeklungen.

00:04:24: Schönes Zitat von John Dewey, dass die Bildung die Hebamme der Demokratie sei.

00:04:29: Also möchte ich auch über Bildung sprechen.

00:04:32: in der Tat.

00:04:32: Demokratie als Lebensform braucht Menschen, braucht Demokraten, braucht ein gewisses Maß an Bildung das wir hoffentlich in der Schule vermitteln und weitergeben können.

00:04:42: aber was ist diese Bildung eigentlich?

00:04:46: Das wird der dritte Punkt sein auf den ich eingeben möchte und zusammenführen dann der vierte Demokratiebildung jetzt.

00:04:52: Ich möchte Ihnen am Ende ein paar Überlegungen vorstellen, die aus meiner Sicht notwendig sind wenn wir das Thema Demokratiebelung heute ernst nehmen und was passieren muss damit es funktioniert bis hin zu dem Punkt welche Rolle wir Lehrerinnen und Lehrer dafür haben.

00:05:09: und im Strich ist es die entscheidende.

00:05:11: also ohne uns wird Demokratie-Belung nicht funktionieren.

00:05:14: so viel vorweg.

00:05:15: aber diesmal die vier Punkte auf die ich eingehen möchte.

00:05:19: Mal zum ersten Punkt.

00:05:20: Krisen-Zeiten, statt Zeitenwende.

00:05:23: ich habe schon angedeutet das war damals die Rede von Olaf Scholz Bundeskanzler im Bundestag von der Zeitenwelle und damals war eigentlich schon klar es ist nicht nur Zeitenwände sondern wir marschieren geradewegs in eine massive Krise hinein.

00:05:37: Die Krise ist sehr vielfältig.

00:05:39: Ich hab heute mal ein paar Beispiele mitgebracht im Kontext Natur Umwelt Nachhaltigkeit.

00:05:45: Leider rutscht das Thema immer ein bisschen mehr in den Hintergrund.

00:05:48: Ich habe mich vorher mit meinem Beul unterhalten, da steht irgendwie so in der Ecke ja ist es wichtig aber so richtig wichtig scheint sie doch nicht zu sein.

00:05:56: wenn man ehrlich ist ist es aber so wichtig und eigentlich müssen wir das Thema viel viel mehr nach vorne bringen.

00:06:02: Das Artensterben ist ein Thema.

00:06:04: Es ist auch die Frage von Umweltverschmutzung durch Öl und so weiter.

00:06:07: Die Frage vom Kernkraft, die auch jetzt wieder gerade auftaucht Wie gehen wir mit diesem Thema eigentlich um?

00:06:12: Fukushima hier das Beispiel dass er die damalige Bundesregierung unter Merkel dazu bewogen hat, komplett aus der Kernkraft auszusteigen.

00:06:21: Jetzt scheint es zumindest auch auf EU-Ebene wieder fraglich zu sein.

00:06:25: Wir haben auch andere Krisen in Deutschland, die an den Minder wichtig sind – das ist hier der Breitscheidplatz im Berlin, Terror letztendlich -, was wir auch in Deutschland haben und was die junge Generation natürlich beeinflusst?

00:06:37: Ich habe selber drei Kinder, zwei, vierzehn, sechzehn.

00:06:40: Wenn die solche Bilder sehen oder bestimmte Poller an Weihnachtsmärkten.

00:06:45: Vielleicht haben sie Pollern in Augsburg gesehen, die immer hinstellt werden und wegstellt werden, wenn nicht Gott sei Dank peinlich genug für Augschulden.

00:06:52: Aber das macht natürlich was mit der jungen Generation.

00:06:55: Das lässt sich nicht kalt sondern die stellen dann Fragen Was passiert denn da?

00:06:59: Warum ist es so?

00:07:01: Bis hin zu den Bildern die man In den Nachrichten zieht.

00:07:05: junge Menschen schauen keine Nachrichten das muss uns klar sein.

00:07:08: aber die haben soziale Medien wo Sie auch diese Bilder sehen von Krieg von Flucht letztendlich, was gerade aktuell ja wieder eine neue Dimension erfahren hat.

00:07:19: Jetzt haben wir ein paar Jahre über Ukraine gesprochen dann kam Israel und Palästina jetzt kommt Iran.

00:07:24: also wenn man so möchte scheint sie irgendwie nicht abzureißen mit diesen Kriegsszenarien auf der Welt die uns alles hat irgendwo beeinflussen.

00:07:34: noch mehr Bild zur Plastikvermüllung was ich ganz spannend finde.

00:07:37: spannend im Hinblick auf wissenschaftliche.

00:07:39: interessant weil wie heute schon feststellen können das Mikroplastik Es schafft, bis in unsere Hirne zu gelangen und dort hat er definitiv nichts verloren.

00:07:48: Auch darüber sollten wir uns Gedanken machen, bis uns in der Frage wie es letztendlich mit Ukraine als einen besonderen Krieg ausschaut.

00:07:56: Also für mich unter dem Strich Krisenzeiten – also die Welt ist ein Stück weit aus den Fugen Wir haben sie sicherlich in Deutschland noch in einer durchaus komfortablen Lage weil's uns ja noch gut geht, also der Wohlstand.

00:08:11: für viele noch nicht so, dass man sich wirklich schon Sorgen machen müsste.

00:08:15: Die Krisen sind weit genug weg, sodass man manchmal nur mit einer gewissen Lockerheit drüber hinwegsehen kann.

00:08:21: Nichtsdestotrotz glaube ich ist es wichtig und was wir aber auch sehen und dessen Deutschland ganz besonders ist das diese Debatten die entstehen durchaus auch die Demokratie als solche.

00:08:32: herausfordernd weil wenn eine Debatte entsteht es ja auseinander geht in der Diskussion.

00:08:38: Es gibt Argumente dafür, es gibt Argumente dagegen Und Mama, es sind die Argumente dagegen.

00:08:42: Auch die, die die Regierung vielleicht in einer gewissen Art und Weise kritisieren oder angreifen, weil man vielleicht nicht sofrieden ist... ...und dann ist das immer die Frage wie geht der Gesamtgesellschaftlich mit diesen Debatten letztlich um?

00:08:55: Wir haben schnell dieses Rede von Erspaltung wir haben schnell ein Links- und Rechtsdenken, dass er eigentlich noch auch der französischen Parlament kommt wo links die progressiven rechts die konservativen gesessen waren.

00:09:08: heute spielen wir nach wie vor mit links und rechts Rechtsböse, links gut.

00:09:14: Ich weiß es nicht aber diese Wortspielereien sind da.

00:09:18: eigentlich müssen wir aber schon an der Stelle einsehen dass das so einfach gar nicht mehr funktioniert.

00:09:24: dieses schwarz-weißdenken auch der Komplexität der Themen mit denen wir's zu tun haben überhaupt nicht gelechnet.

00:09:32: vor dem Hintergrund für mich ein ganz spannendes Zitat die Sie vermute ich alle kennen des Böcken für eine Diktum die sich kurz mal zeigen möchte und auch vorlesen möchte war er mal Verfassungsrichter, der ja über die Demokratie auf Folgendes sagt.

00:09:47: Der freiheitliche sekularisierte Staat liebt von Voraussetzungen, die er selbst nicht garantieren kann.

00:09:53: Das ist das große Wagen, dass er um der Freiheit will eingegangen ist.

00:09:58: Mit anderen Worten wenn wir Demokratie als Staatsform und als Lebensfond definieren dann bewegen wir uns in den Feld hinein, dass offen ist.

00:10:07: Wir wissen am Ende des Tages nicht zu welchem Ergebnis die Debatte führt.

00:10:13: Und jeder, der im Vorfeld schon mal festlegt was das Ende der Diskussion ist, der handelt nicht demokratisch.

00:10:21: Demokratie lebt genau von dieser Offenheit und dieser Freiheit.

00:10:24: Die Debatte zu suchen, die Debatte zu führen, offen zu sein, zuzuhören – und das beste Argument möge gewinnen!

00:10:34: Ich finde diesen Punkt ganz spannend.

00:10:35: ich komme später auch nochmal drauf zu sprechen wenn es um die Umsetzung der Demokratie letztendlich in der Schule geht.

00:10:42: Bevor ich dorthin komme, möchte ich aber zunächst mit der Frage im Detail noch mal nachgehen.

00:10:48: Was ist eigentlich Demokratie?

00:10:50: Ich habe es ein bisschen schon angeklingeln lassen auch mit der Aussage von Böckenförde und bringe mir so ein paar typische Assoziationen die man mit der Demokratie verbindet.

00:10:59: Eine, die man häufig hört, ist demokratisches als wenn die Mehrheit entscheidet.

00:11:05: Da mache ich mir eine Fragezeichen hinter.

00:11:08: Das muss nicht demokratisch sein!

00:11:12: Wir machen Minderheiten Schutz, den kann man natürlich übertreiben.

00:11:14: Das ist klar!

00:11:16: Aber jetzt mache ich mir ein einfaches Beispiel... Die Frauen sind in Deutschland in einer Mehrzahl.

00:11:21: Wenn jetzt die eines Tages auf dich dekommen würden und uns Männern beispielsweise des Samstag Bundesliga zu verbieten quer Abstimmung dann würde eine Mehrheit entscheiden.

00:11:31: aber das würde mich massiv in meiner Freiheit, in meine Autorschaft des Lebens, in meiner Selbstbestimmung beeinträchtigen.

00:11:39: Insofern ist diese Mehrheit durchaus Ein Merkmal einer Demokratie, aber nicht das ausschließlichel merken wir demokratischer Prinzip.

00:11:48: Zweiten Punkt den man gerne macht ist dass man sagt Wahlen!

00:11:52: Wenn wir Wahlen haben dann haben wir eine Demokratie.

00:11:57: Wir haben in Bayern jetzt gerade Kommunalwahlen gehabt.

00:11:59: Ich wollte später eigentlich bringen Aber ich habe es nicht auf der Folie bevor ich es vergesse.

00:12:04: Wir haben stellenweise in Städten bei der Oberbürgermeisterwahl Sage und Scheibe unter fünfzig Prozent Wahlbeteiligung der Demokratie, die eigentlich am Wohnen liegt.

00:12:18: Also wenn Wahl ist und keine geht mehr hin?

00:12:20: Schwierig!

00:12:21: Aber auch mit der Wahl per See ist es ja gar nicht so einfach.

00:12:26: Ich zeige mir dieses Bild ich habe kein besseres gefunden.

00:12:29: aber es trifft sehr auch schön dass eine Wahl per se noch nicht demokratisch ist.

00:12:34: das kommt immer auf die Rahmenbedingungen dieser Wahl an.

00:12:37: also wenn Russland ein Referendum in der Ukraine macht da mag das eine Wahl sein, aber es ist keine demokratische Wahl.

00:12:46: So eine demokratischen Wahl gehört auch, dass sich Menschen aufklären überall die Möglichkeiten, die bei der Wahl bestiegen und zwar offen und ehrlich in einer ganzen Bandbreite von ganz links bis ganz rechts darlegen.

00:12:57: was glauben die Parteien?

00:12:58: Was werben die Personen?

00:12:59: Und ich habe dann die Möglichkeit hab entsprechend zu wählen und nicht so möglich in meiner Wahl eingeschränkt bin wie sie diese Kartu letztendlich versucht dazu.

00:13:08: Also man kann recht schön erkennen Demokratie hat es in sich, kann ich eigentlich gar nicht so einfach mit formalen Aspekten beschreiben.

00:13:17: Sondern wenn wir von Demokratie sprechen dann gehts durchaus und allen voran um uns Menschen.

00:13:26: Wir sind demokratische Wesen zumindest wesen die zur Demokratie in der Lage sind.

00:13:30: Und was sind so die Grundpfeiler für ein Demokratieverständnis?

00:13:34: Zunächst mal das was wir im Artikel eins Grundgesetz für Deutschland mal fixiert haben nämlich die Würde des Menschen ist unantastbar Das heißt, die Würde als Zentrum des Menschseins, die in gleicher Weise allen Menschen zukommt.

00:13:48: Unabhängig von Haarfarbe, vom Geschlecht, vom kulturellen Hintergrund.

00:13:52: was auch immer jeder Mensch ist eine Würde und mit dieser Würde besitzt jeder Mensch die Fähigkeit zur Vernunft.

00:13:58: Das sind vernunft begabte Wesen wie es kannte ja auch schon formuliert hat und die Vernunft sozusagen die Grundlage dafür um in Freiheit zu leben.

00:14:09: Vernunft heisst da nichts anderes frei zu sein von bestimmten Zwängen, von bestimmte Trieben und in der Lage zu sein sich zu entscheiden für bestimmte Sachen.

00:14:23: Sich gegen etwas zu entscheiden.

00:14:26: Das heißt die Freiheit des Menschen resultiert aus seiner Vernunft und deswegen ist ja Bildung auch so wichtig.

00:14:31: nur der Mensch der gebildet das kann sich auch vernünftig entscheiden und in die Vernunft funktioniert die Entscheidung nicht.

00:14:38: also komme ich Vor dem Hintergrund dieser Belegung schonmal zu zwei entscheidenden Aspekten, die für Demokratie wichtig sind.

00:14:45: Wir sind gleich und wir sind frei.

00:14:48: Wenn Sie an die französische Revolution denken, hat man das damals schon kannte Freiheit, Gleichheit?

00:14:53: Und man hat ein Drittes hinzugefügt – Brüderlichkeit!

00:14:57: Was wir heute mit anderen Worten formulieren dahingehend als wir sagen es geht in der Demokratie um eine kollektive Selbstbestimmung.

00:15:05: Es geht nicht darum dass einer bestimmt Und es geht auch nicht darum, dass die Mehrheit über alle anderen bestimmelt.

00:15:11: Sondern es geht um eine kollektive Selbstbestimmung!

00:15:14: Ich werde Kompromisse eingehen müssen und diskutieren müssen.

00:15:16: Es wird darum gehen, dass ich versuche... ...die Gesellschaft als solche mitzunehmen.

00:15:23: Dass jeder in der Lage ist an dieser kollektiven Selbstbestindung teilhaben zu können.

00:15:29: Mit anderem Worten habe ich mir versucht, in eine Einsatzdefinition zu führen.

00:15:33: Demokratie meint nicht nur eine Staatsform sondern eine Lebensform, die von Menschen unter Anerkennung ihrer Gleichheit und Freiheit gemeinsam gestaltet wird.

00:15:45: Das ist mein Versuch für mich in der Kürze des Vortrages heute alles was so unter Demokratie wir fassen zusammenzuführen um auch deutlich zu machen vor diesem Hintergrund und auf dieser Basis möchte ich drüber nachdenken was heißt dann Demokratiebildung für Schule?

00:16:03: Jetzt ein paar Punkte.

00:16:05: Wie steht es denn aktuell um die Demokratie in Deutschland?

00:16:07: Es ist mir schon auch wichtig, dass wir da nochmal draufschauen.

00:16:11: Weil er viel gesprochen worden ist.

00:16:12: Ich habe über die Wahlbeteiligung schon geredet und hab die aus der Kommunalwahl gerade erwähnt.

00:16:19: Der Bundestagswahl war auch interessant.

00:16:21: Wir hatten im letzten Bundestag eigentlich im Verhältnis einen relativ hohen Wert, der früher aber schon mal weiter aus höher war.

00:16:27: Also wenn man so möchte, bewegen uns vielleicht... Ich will jetzt so eine demokratische, aber zumindest auch politischen Zeichen des Interesses an politischen Themen scheint in der breiten Öffentlichkeit gar nicht zu groß sein.

00:16:40: Und darum gehen die Menschen vielleicht noch nicht zur Wahl.

00:16:42: Wenn ich bei meinen Studenten beispielsweise Themen anschneide – aktuelle politische Themen, was sich gemacht hat und sich irgendein Zeitungsartikel mitbringe von der Süddeutsche oder von der Welt

00:16:53: usw.,

00:16:54: dann kann ich Ihnen sagen, dass die jungen Menschen diese Zeitung nicht kennen.

00:16:57: Also jeder, der Tageszeitung liest lebt in einer analogen Blase.

00:17:03: Die junge Generation hat andere Blasen, aber wir haben an der Stelle schon mal ein erstes Problem wie schaffen wir es gemeinsam Meinungsbildung zu betreiben weil wir unterschiedliche Zugänge zu den Fragen unserer Zeit letztendlich haben?

00:17:17: Bis hin dazu

00:17:19: dass

00:17:23: vielen dann nicht einmal der Name der Kultusminister des Landes das Ministerpräsidenten Den Kanzler kennt man noch, also März ist nur so ein Begriff.

00:17:37: Aber dann wird es schon echt wackelig.

00:17:39: Zeigt schon das vielleicht dieses Interesse an dem Thema gar nicht so großes und dass wir auch im Kontext der politischen Bildung da ansetzen müssen wenn wir Demokratiebildung als solche vorantreiben möchten?

00:17:51: Das Hauptproblem aus meiner Sicht in der aktuellen Debatte ist, dass Demokratie per se geknüpft ist an Vertrauen.

00:17:59: Ohne Vertrauen funktioniert Demokratie nicht.

00:18:01: Ohne vertrauen funktioniert keine Debatte.

00:18:04: Das heißt, Debatte ist nur dann demokratisch wenn wir offen und ehrlich miteinander umgehen und jeder von uns sicher sein kann dass nur weil er etwas sagt am Ende nichts bloß gestellt wird.

00:18:16: sondern in einer demokratischen Debatte darf es im Kern keine Denkverbote geben.

00:18:22: solange Artikel eins Grundgesetz gewartet ist die Würde des Menschen extremistische Positionen logisch schwierig, keinen Platz.

00:18:32: Aber sonst darf es keine Denkverbote führen und dafür ist Vertrauen wichtig!

00:18:36: Wir schauen uns mit Vertrauen in unserer Republik, in unsere Demokratie momentan aus.

00:18:42: also die Ergebnisse sind da relativ eindeutig dass das Vertrauen zumindest in die politische Verantwortlichen nicht mehr trägt sondern dass es hier definitiv Schwierigkeiten gibt.

00:18:54: als Wissenschaftler bin ich froh Ich bin bei dem Ranking an erster Stelle.

00:18:58: Fünfundsechzig Prozent der Menschen glauben noch an die Wissenschaft.

00:19:02: Eigentlich auch wenig, wobei die Wissenschaft gibt es ja nicht und in der Wissenschaft wird auch viel gestritten, was auch gut so ist.

00:19:09: Wissenschaft hat nie die Wahrheit mit einem Löffel gefressen oder den Weisheitletzte Schluss sondern Wissenschaft heißt immer auf dem Weg zu sein Erkenntnisse zu generieren, zu hinterfragen ständig zu reflektieren.

00:19:21: Problematisch sicherlich Bundesligierungsparteien schlusslichter bei dieses Leben Und das ist definitiv ein Problem für Demokratie.

00:19:29: Also wenn die Repräsentanten, die wir wählen kein Vertrauen genießen, dann wird es echt schwierig mit der Demokratie bewirken.

00:19:38: Wie kommt man da raus?

00:19:39: Ein Punkt sicherlich dass die politischen Verantwortlichen vielleicht ein bisschen reflektiert damit umgehen.

00:19:46: ich habe ein Beispiel dabei von einer Person die nicht mehr in Amt und Würden ist das vielleicht leichter aber ich könnte ich sage ganz ehrlich den bayerischen Ministerpräsidenten nehmen wahrscheinlich dem baden-württembergischen Ministerpresidenten Den aus Schleswig-Holstein und so weiter, den mehr sowieso.

00:20:02: Aber für mich ist damals so hängen geblieben, weil ich es mit meinen Kindern viel diskutiert habe.

00:20:07: Ich war damals unsere Außenministerin auf dem Weg nach dem Fußballhalbfinale in Frankfurt.

00:20:13: Nachtflugverbot ausgesetzt, Kurzflug nach Straßburg, wo das Auto zum Flughafen länger braucht wie eigentlich zum Flughaus nach Straußburg usw.

00:20:22: Das schafft kein Vertrauen!

00:20:25: Das nimmt Vertrauen gerade der jungen Generationen Und es ist ein Problem.

00:20:31: Da müssen sich zum einen die Politikerinnen und Politiker drüber kümmern, zum anderen können wir in der Schule aber auch darauf hinwirken um vielleicht die Komplexität dahinter auch mal sichtbar zu machen.

00:20:41: Vielleicht hat die Dame gute Gründe gehabt, die nicht in der Presse kommuniziert wurden, die vielleicht dennoch dauerhaft Vertrauensbilden zu wirken halt ich in der Schule deswegen für wichtig.

00:20:50: also nicht auf die Schälte mit einstimmen, die man gerne hört sondern vielleicht auch die Komplizität des systemischen Zwänge mehr anzusprechen und in die Debatte zu bringen, um auch hier Debatten zu öffnen.

00:21:02: Und nicht einzugänzen.

00:21:04: Das mal zur Demokratie wie sie sich vielleicht gerade aktuell zeigt und unter dem Strich sicherlich eine Herausforderung.

00:21:11: Wie kriegen wir die Demokratie wieder ans Laufen?

00:21:15: Wie können wir auf das Vertrauen hin?

00:21:16: Und wie stärken wir die jungen Menschen dass Sie dann die Chance einer Wahl wirklich wahrnehmen und an dem Tag nicht vielleicht sagen habe ich gerade besseres zu tun?

00:21:27: Dafür ist Bildung sicherlich ein zentraler Punkt.

00:21:30: Und ich möchte mit Ihnen kurz noch eine Reflexion machen, was ist Bildungen ums dann auch zusammenzuführen?

00:21:36: Also das können wir heute unter Bildung eigentlich verstehen.

00:21:40: Der Bildungsbegriff selber ist ja durchaus interessant, weil man seit Jahrzehnten oder Jahrhunderten darüber nachdenkt in der Antike, ob man sich Gedanken macht, was man unter Bildungsverstehen kann.

00:21:49: und es gibt verschiedene Ansätze.

00:21:52: die Schülerinnen und Schüler werden vielleicht sich eher in dem Verhältnis gerade sehen.

00:21:57: In der Rolle des Schülers sitzt er da, und dem wird mein Wissen reingestopft.

00:22:01: Wir haben in Bayern in der elften Klasse die schöne Situation, dass im Stundentafel fünfzehn oder sechzehn Fächern sind.

00:22:11: Das heißt eine maximale Separierung des Geistes, jede Stunde fast kommt ein anderer Impuls, kein anderes Fach, keine Vergnüpfung zu den Fächeren – das ist ein schwieriges Bildungsverständnis!

00:22:22: Das hilft zwar viel Wissen an Aber wenn dieses Wissen mich als menschlich berührt, wenn es für mich keinen Sinn ergibt und nicht Bedeutung generiert dann ist es irgendwie ein totes und auch zum Teil ein unnötiges Wissen.

00:22:36: Insofern das wahrscheinlich nicht das Bild des Notwendiges ebenso wenig so ein Bild wie man es in Anlehnungen schon lock beschreiben kann dass Bildung im Kern dessen was wir aus den jungen Menschen machen Das verkennt ja im Kern das zentrale Element von Bildung.

00:22:52: Bildern heißt immer sich selbst bilden.

00:22:54: Bildern ist die

00:22:55: Autorschaft des

00:22:57: eigenen Lebens, das heisst ich bin es der sich bildet.

00:23:00: Heißt auch Ich bin verantwortlich für meine Bildung.

00:23:03: Wenn ich heute mannen Studenten sehe relativ relaxed in der Vorlesung sitzen und bloß darauf warten dass die Folien geteilt werden muss ich sagen schwierige Haltung funktioniert nicht.

00:23:12: Bildung heißt anstrengend heißt Einsatz heißt selber denken Und das ist der Weg auf den wir auch die jungen Menschen führen müssen.

00:23:20: Ich möchte es an der Stelle auch noch mehr an drei Aspekte ein bisschen herausbleiben, die mir wichtig sind.

00:23:27: Die Autoschaft des eigenen Lebens, multiple Dimensionen, Kompetenz und Haltung zur Autoschaff des eigenen Lebens ist der zentrale Aspekt wenn wir von Bildung denken.

00:23:38: ich kann Bildung nicht machen für junge Menschen auch nicht das übernehmen was sie aus ihrem Leben machen sondern ich kann sie immer nur begleiten und immer noch unterstützt.

00:23:48: Der junge Mensch ist für seine Bildung selber zuständig, er trägt dafür die Verantwortung und damit ist es eine Autorschaft, die letztendlich wird.

00:23:59: Diese Autorschaft fokussiert auf multiple Dimensionen um deutlich zu machen Es ist ihm nicht nur der kognitive Bereich den wir hier in dem Vordergrund drücken.

00:24:08: Eine bayerische Verfassung heißt beispielsweise recht schön Schulen sollen nicht nur Wissen und Können vermitteln sondern auch Herz- und Charakterbösen.

00:24:18: Also es geht um weit aus mehr als nur diese Bereiche des Wissens und das Kognitive.

00:24:24: Und Howard Cardner stellt dem entgegen, dass es eben die kognitiven Dimensionen gibt.

00:24:28: Es gibt eine motivationale Dimension, es gibt ein emotionaler Dimensiones, es ist eine soziale Dimension.

00:24:34: Es gibt auch sowas wie eine spirituelle Dimension Die Bildung beschreibt Letztere.

00:24:40: dann die Frage stellt die vorhin auch angekommen ist Gibt vielleicht was größeres als ich auf dieser Welt?

00:24:47: gibt es vielleicht einen größeren Zusammenhang.

00:24:49: Gibt es ein größeres Sinneinheit, die uns Menschen auch leitet in der Reflexion dessen was wir erreichen können?

00:24:59: Der dritte Bereich geht in diese Richtung Kompetenz und Haltung dass wir eben diese Wissenselemente mit den Haltungselementen wenn es um die Frage des Wollens, des Wertens, der ganze Wertepereich letztendlich geht mit in das hinein nehmen was wir unter Bildung verstehen.

00:25:16: Damit zeigt sich Bildung Auch das habe ich mal versucht, in einem Satz zu fassen.

00:25:22: Meint also die verantwortungsbewusste Übernahme der Autorschaft des eigenen Lebens unter Bedingung seiner Geworfenheit?

00:25:30: Zwei Aussagen noch zur Geworffenheit und zur Verantwortungsbewusst.

00:25:33: Die Geworfinheit meint – und das ist für manche ganz schwer zu verstehen – dass wir Menschen unterschiedliche Staatsvoraussetzungen haben.

00:25:45: Und diese Stadtvoraossetzungen uns aber schon auch bedingen, indem was wir leisten und erreichen können!

00:25:53: Also wenn ich in der Familie groß werde, wo es keine Vater gibt dann hat das einen Einfluss auf mein Leben.

00:26:02: Es hat auch ein Einfluß auf meinem Leben, ob ich ein Einzelkind in einer Akademiker-Familie groß wäre oder als Sünftes Kind in eine Arbeiterfamilien.

00:26:11: Das hat sogar einen Einfruss daraus und das wissen wir aus Studien sehr genau wie sich meine Mutter in meiner Schwangerschaft falten hat.

00:26:21: Wie sie sich ernährt hat, wie sie gelebt hat, die Schwangersschaft genossen oder nicht genossen hat.

00:26:27: Wir wissen sogar aus Studien, dass es ein Einbluss auf das Kind hat in Entwicklung.

00:26:31: Ob der Vater während der Schwangerschaft gestresst wurde oder nicht gestresster.

00:26:35: Das heißt die Voraussetzung dessen was ich aus meinem Leben machen kann stehen immer unter dem Aspekt dieser Geworfenheit und ist auch wichtig zu erkennen weil es resultiert ja in diese Autorschaft des eigenen Lebens Und die verantwortungsbewusste Übernahme ist mir insofern wichtig Weil wir – Ich nenne mich nur Hannah Arendt als Beispiel von ihr sehr deutlich vor Augen geführt bekommen, dass das Leben immer ein Miteinander ist.

00:27:00: Das heisst kein Mensch liegt für sich alleine auf der Welt sondern Bildung impliziert immer die Mitautorschaft mit anderen Menschen.

00:27:11: Also ich bilde mich nie ganz alleine, sondern ich bin immer eingebunden in einen sozialen Kontext und dieses eingebundene sein bestimmt meine Autorschaft, bestimmt aber auch die Autorschaff jedes andere Und daraus resultiert die Verantwortung.

00:27:25: Verantwortung heißt immer nicht nur Verantwortung für mich, sondern Verantwortung heisst immer Verantwortung für uns.

00:27:32: Und insofern das mir eine Zuspitzung die ganz wichtig ist wenn wir über Demokratie auch im Detail noch mal sprechen werden.

00:27:39: Wie steht denn um die Bildung heute?

00:27:42: Ich habe vorhin kurz eine Analyse drauf geworfen wie es um die Demokratie steht – wie steht zum Bildungs-Heute?

00:27:49: Sie alle kennen die PISA Studien Größte Internationale vergleichstellende Hinblick auf Schulleistung bei fünfzehn- sechzehnjährigen Gemessen.

00:27:57: Alle drei Jahre im Kern durch, in diesem Herbst wird die nächste Pisa-Evolution vorgestellt.

00:28:04: Die letzten Ergebnisse sehen Sie hier Im Bereich Lesen, Mathematik und Naturwissenschaft.

00:28:10: Und so die schwarze Linie oder die blaue Linie ist der Trend für Deutschland Also Spazis über die Werte

00:28:15: gemittelt.

00:28:17: Man kann recht schön erkennen dass wir in den letzten Pisa Eblink die schlechtesten Ergebnisse haben seit Pisa Gnessen worden Also im Lesen, in Mathematik und in Naturwissenschaften.

00:28:26: die schlechtesten Werte wenn sie so wollen.

00:28:28: absolute Bildungskatastrophe.

00:28:31: Gerade für ein Land wo es wenige Ressourcen hat, wo viel zum Entwicklung drauf ankommt, wo viele zum Innovation drauf ankam, wir wissen auch dass das Bildungsniveau im Zusammenhang mit anderen Facetten steht wie Wirtschaftskraft, Demokratiefähigkeit komme ich gleich noch dazu ist dieses Ergebnis echt dramatisch.

00:28:50: Vor dem Hintergrund kann ich eigentlich nicht verstehen, warum bildungspolitisch immer so weitergemacht wird wie die Adela vor.

00:28:56: Ganz interessant.

00:28:57: vielleicht wenn Sie mal diese Kurve – jetzt habe ich es leider nicht dabei aber ich kann's beschreiben und Sie können sie sich ja vorstellen – diese Kurven mal gegenüberlegen, die Abiturquoten und die Abitor-Schnicke.

00:29:11: Sie lachen!

00:29:12: Warum lachen Sie?

00:29:12: Weil Sie wissen was da passiert.

00:29:14: Immer mehr Abiturenten immer besser werden.

00:29:17: also irgendwas passt nicht Entweder die Abiturnautnoten sind nicht so ausseilkräftig, oder die Pierserstudie ist nicht zu ausseilen.

00:29:24: Als Wissenschaftler sage ich, dass die Pierzerstudie schon ausseiltkräftig in dem Aussehen ist.

00:29:29: Das heißt mit anderen Worten gelügen wir uns bildungspolitisch seit Jahren kräftige Netage.

00:29:35: Tut das Sache nicht gut?

00:29:37: Weil es zur Problemlösung gehört auch auf ein vernünftiger diagnostischer Blickteil.

00:29:42: Wir sind unter Zusammenhang zwischen Bildung und Demokratie.

00:29:45: Ich habe es schon ein bisschen anklingen lassen Und das ist schon wichtig, weil ein gewisser Wechselwirkungszusammenhang da ist.

00:29:52: Das heißt, das eine oder das andere funktioniert nicht und ich brauche vernünftiges Maß an Bildung um auch vernünftig die Demokratie letztendlich gestalten zu können.

00:30:01: Völlig ungebildete Menschen brauchen natürlich einen starken Führer auf der anderen Seite.

00:30:05: Logisch!

00:30:07: Die brauchen Führungen, die denken nicht nach, die lassen sich führen etc.. Die Bedeutung von Bildung in dem Kontext.

00:30:13: Kann man verschiedene Facettenrechtchen deutlich machen?

00:30:16: Zunächst mal vielleicht die, die am breitesten eigentlich erforscht worden ist.

00:30:21: Das ist der Zusammenhang zwischen Bildungsniveau und Wirtschaftskraft.

00:30:25: Man kann an dieser Stelle recht schön erkennen dass wenn das Bildungs-Niveau sinkt auch letztendlich die Wirtschaftskraft sinken wird.

00:30:31: Und in diese Auswertung hat Ludger Wöschkamp aufgezeigt was Deutschland in den nächsten Jahren an Milliarden verlieren wird Wenn wir diesen Bildungsabsturz in Ihren Griff bekommen werden.

00:30:42: Da ist vielleicht die Sonderfühlung dagegen ein Witz, wenn man sich anschaut was ich da letztendlich aufbaue.

00:30:47: Gerade in einer Zeit wo die Wirtschaft schwächelt bräuchte man eigentlich ein hohes Bildungsniveau um das ganze wieder in den Griff zu bekommen.

00:30:55: aber das Bildungssinfo sinkt Riesenproblemen.

00:30:59: Zweiter Bereich der ganz Interessante es auch die Demokratiefähigkeit mal hier operationalisiert also messbar gemacht an Wahrbeteiligung, an der Zufriedenheit und an ehrenamtlichen Tätigkeiten alles wichtige Aspekte für Demokratie.

00:31:12: Wir können hier recht schön erkennen, das ist über die OECD und verschiedene Länder.

00:31:15: Deutschland die zweiten Spalten immer im Hinblick auf unterschiedliche Abschlüsse also geringere Mittel oder höhere

00:31:22: Abschluss.

00:31:23: Und was man recht schön erkennen kann ist dass sowohl Wahlbeteiligung als auch die Zufriedenheit als auch dies ehrenamtliche Tätigkeit um sie stärker ausgeprägt ist wie höheres Bildungsniveau ist.

00:31:34: Also besteht ein direkter Zusammenhang zwischen Bildungs-Niveau auf der einen Seite und Demokratiefähigkeit der Gesellschaft auf der anderen Seite.

00:31:41: Als demokratischer Sicht absolut notwendig, dass wir uns um das Bildungsniveau der Menschen kümmern.

00:31:49: Der jungen Menschen aber auch der älteren Menschen.

00:31:52: Bildung hört er glücklicherweise nicht mit dem Abiturzeugnis oder einem Abschlusszeugnis auf, sondern seines lebenslanger Prozesses aus.

00:32:00: wie gelingt es uns gesamtgesellschaftliches Thema viel stärker ins Bewusstsein zurück.

00:32:06: Wir haben Schöner bloß den Fokus auf die Schule und da sind sie ja naiven.

00:32:09: Wir müssen es gesamtgesellschaftlich als das Thema unserer Zeit letztendlich sehen.

00:32:15: Friedrich Ebert, einer der führenden Personen in der Weimarer Republik hat's mir recht schön auf den Punkt gebracht.

00:32:23: Demokratie braucht Demokraten!

00:32:28: Wie kriegen wir diese Demokraten?

00:32:30: Mein letzter Punkt, auf den ich eingehen möchte, Demokratiebildung jetzt.

00:32:35: Da möchte ich zwei Personen mal herausgreifen, die aus meiner Sicht gerade im pädagogischen Kontext sehr überzeugend dargelegt haben worauf es an der Stelle wirklich ankommt.

00:32:45: Eine ist schon angesprochen worden, Jandui.

00:32:47: Der zweite hat man von Äntig.

00:32:50: Beide haben einen ähnlichen Ansatz verfolgt und ich möchte ihn kurz erläutern.

00:32:53: Jandue hatte Schule immer als eine Embryonic Society gesehen also als eine Gesellschaft im Kleinen um deutlich zu machen das in dieser Schule zunächst einmal die Durchmischung in der Gesellschaft, in der Regel auch vorhanden ist.

00:33:08: Dass die Probleme, die in Gesellschaft sind nicht vor den Schultüren stoppen sondern auch in der Schule thematisiert werden.

00:33:14: Das heißt in der schule haben sie all das was in der gesellschaft sichtbar wird und die demokratie herausfordert in gleicher weise.

00:33:21: Deswegen seinschluss eine schule in einer demokratie Muss ihr kann gar nicht anders als eine demokratische schule sein.

00:33:30: Und dann ist klar wenn So bei meinen Studenten viele, das einzige demokratische Element was sie in ihrer Schulzeit erleben die Klassensprecherwahl ist.

00:33:40: Nicht ausreicht und diesen Demokratiebelungsauftrag doch mit einem Ansatzgriff.

00:33:46: Ähnlich hat Habmuck von Hentig gedacht der viel gescholtene ist mit seiner Verstrickung in den Ohrenwaltskandal.

00:33:53: besser gesagt Gerald Becker der ja jeder Täter und die schwersten Verbrechen an einer Menschheit oder einen Kinder vergangen hat War als Erlebensgefährte und Zeitlehmnis ist es immer nicht gelungen, sich wirklich davon zu distanzieren.

00:34:08: Aber Trennung von Leben und Werk hat in seinen Büchern sehr schön auch dargelegt was Demokratie bedeutet wie man sie verstehen kann und er beruft sich auf die Polis also als die antike Bild der Demokratie das übrigens gar nicht so gleich war in dem Sinn dass alle wählen durften sondern da haben wir schon genau gewusst, wer nicht wählen darf.

00:34:28: Frauen vielleicht nicht, es klaufen nicht, aber die Männer.

00:34:30: Aber nichtsdestotrotz waren jetzt so die Ursprünge der Demokratie wo also zum ersten Mal der Versuch gestartet worden ist gemeinsam über bestimmte Sachen in der Öffentlichkeit und in der Polis zu diskutieren unabhängig davon, wer ich vielleicht in meiner Familie bin sozusagen die Polis als die Begegnung von Gleichen und Freien um gemeinsam über Bestimmte Sachen zu debattieren, zu diskutiert nach Entscheidungen.

00:34:56: Also auch bei Hauptmann von Hentig, stark dieser Gedankeschule als Demokratie zu verstehen und zu begreifen.

00:35:04: Wenn man diese Tradition fortführt sind das meiner Sicht drei Bereiche über die man nachdenken muss wenn man Schule im Hinblick auf Demokratiebildung denken möchte.

00:35:13: Der erste Bereich geht wie immer auf die Strukturen in der wir gerne bildungspolitisch leider auch verhaftend bleiben.

00:35:19: also wir haben uns so angewöhnt in den letzten Jahren immer unsere Strukture rumzudoktern in der Hoffnung, dass sie dann was verändert.

00:35:27: Wir wissen aber beispielsweise aus der Hättestudie der Strukturveränderung allein nicht entscheidend ist.

00:35:31: es kommt immer darauf an zu meinen den Unterricht zum Professionalisieren und vor allem die Menschen zu stärken denn letztendlich sind wir die Menschen die die Strukturen zum Leben erwecken.

00:35:42: das heißt Sie können die schönsten Schulgebäude baten sie können die beste Technik in die Schuhe geben.

00:35:45: wenn die menschen nicht in der Lage sind all das zum leben zu erweckten dann verpufft der Effekt und des ganze Geldes umsonst.

00:35:54: Nichtsdestotrotz lohnt sich es drauf zu schauen und ich möchte ein paar Schlaglichter mal geben.

00:35:58: Strukturen schaffen, also Schülerparlamente-Schülerzeitung.

00:36:00: Und ich habe beides für ausgesprochen wichtig.

00:36:03: Also Schülerparlamente in dem Sinn das regelmäßig die Schulgemeinschaft auch zusammengerufen wird um bestimmte Themen zu diskutieren.

00:36:10: Wenn man keine Themen hat dann kann man sich am aktuellen Diskurs ja beteiligen.

00:36:14: Die vorhin genannten Themen wie Klima, Krieg oder Energie Wiefrieden, all das beschäftigt Kinder.

00:36:21: Ich kann sowas in der Parlament bringen ich kann mal die Debatte führen damit die Debatte zwischen Menschen stattfindet und nicht wie so häufig es passiert bei den falschen Propheten in den sozialen Medien Denn dort erhalten sie das was Sie sowieso schon wissen.

00:36:36: So funktioniert die Programmierung, so ist das Detail.

00:36:39: Aber sie kommen damit nicht aus ihrem eigenen Kessel heraus weiter nicht den Horizont sondern dafür muss man vor allem mit anderen Menschen zusammen zu kommen.

00:36:49: Auch Schülerzeitungen halten für absolut wichtiges demokratisches Prinzip, nicht nur dass man auch da den Schülern mal ein Horizont erweitert und sagt es gibt auch gedruckte Medien.

00:36:58: Es gibt professionellen Journalismus – denn kann man Kritik sehen?

00:37:01: Das muss man kritisch sein!

00:37:02: Aber das lerne ich auf allem dann wenn ich selber einmal gemacht habe Artikel schreibe, recherchieren, reflektieren, insofern wichtige strukturelle Elemente.

00:37:10: Im Hinblick auf Unterricht professionalisieren.

00:37:13: zwei Beispiele wo wir wissen, dass sie aus empirischer Sicht sehr wirksam sind Das Lernen durch Engagement, was im Kern meint das sich die Schule öffnet.

00:37:21: Dass die Schüler sozusagen im hausschulischen Bereich soziales Engagement zeigen in dem sie Vereine und Institutionen gehen dort was Praktisches machen an Projekten mitwirken also sozusagen sich in die Gemeinschaft in die Gesellschaft einbringen in bestimmten Ebenen.

00:37:39: Und eben der Epochenunterricht wo ich als wesentliches Element finde für Demokratiebildung, wenn man es auf der Unterrichtsebene strukturiert.

00:37:49: Geht übrigens zurück in die Reformpädagoik – Sie finden an der Waldorf schon die Idee von Epochenunterricht?

00:37:54: Wolfgang Klafke hat es im Kontext seiner kategoralen Bildung ausformuliert.

00:37:58: Ich möchte mal kurz skizzieren was ich darunter verstehe.

00:38:03: Wir haben heute die Situation dass diese Krisenkinder beschäftigt und das man schnell auch Debatten feststellen kann.

00:38:10: Der eine Junge ist ein Test, andere Jungen ist ein Genes.

00:38:12: also es gibt die Diskussion in der Schule.

00:38:15: Der pochenunterricht versucht genau diese Themen aufzugreifen und sozusagen ins Zentrum des Unterrichts zu stellen.

00:38:21: Und zwar folgendermaßen über einem auch immer skizziert, dass ich am Montag mal die Schülerinnen und Schüler abholen und beginne.

00:38:27: was ist das Thema herum diskutierte?

00:38:29: Was wisst ihr über dieses Thema?

00:38:31: Ich mache meine erste Startbestimmung bei so einem Problem und sage wer ist für diese eine Position?

00:38:36: Wer ist gegen diese Position?

00:38:39: Und den Tagentilstag mit dem Donnerstag würde in Epochenunterricht vorsehen, dass man sich beispielsweise immer die dritte vierte Stunde mal herausnimmt und dort in die Fächer hineinzutauchen.

00:38:50: Disziplinär ist es mit dem Thema auseinanderzusetzen.

00:38:53: Ukraine kriegt als Beispiel Klimafragen also anderes Beispiel Und ich schaue mir was gibt's dazu zu sagen?

00:38:59: In Englisch, Mathematik, in Physik, den Naturwissenschaften vielleicht auch in Rechtswissenschaft umsozusagen meine Argumente, die ich vielleicht am Montag noch hatte zu erweitern, zu vertiefen und zu reflektieren.

00:39:12: Zu diskutieren um sozusagen meinen Fundament für eine Entscheidung zu erweiten bevor ich dann am Freitag wieder zusammenkomme.

00:39:20: Erneut diskutiere und erneut zu einer Abstimmung komme.

00:39:23: Und so wird der Epochenunterricht mal versuchen das Wissen dass wir in der Schule haben zum Leben zu erwegen weil ich seinen Alltagsproblem anhänge und damit auch vertiefe.

00:39:32: Letzte Bereich Menschen stärken Dilemma Diskussion Ich habe es schon angedeutet findet in einem Epochemunterricht am Montag und am Freitaug immer statt Weil die große Herausforderung in der Demokratie ja nicht ist, dass wir alle eine Meinung sind.

00:39:45: Sondern dass wir verschiedene Meinungen haben!

00:39:48: Wie gelingt es uns miteinander streiten zu lernen?

00:39:52: Und die Dilemma-Diskussion ist hervorragend dazu geeignet.

00:39:55: Warum?

00:39:56: Weil ein Kernelement der Dilemmadiskussionen ist... ...dass ich mir Gegenpositionen anschaue.

00:40:01: Dass sich versuchen gegen Positionen zu verstehen und die auch versuche immer in einen Ranking zu bringen.

00:40:07: Was ist das wichtigste Gegenargument für meine

00:40:09: Position?!

00:40:10: Und das ist Demokratie-Belug gelebt im Unterricht, was hier in einer solchen Überlegung wunderbar andocken kann.

00:40:18: Das Ganze funktioniert nur mit Lehrerinnen und Lehrern – ich habe es schon angedeutet – Lehrerprofessionalität ist damit wichtig!

00:40:26: Sie zeigt sich in einer Symbiose von Kompetenz und Haltung.

00:40:31: Ich möchte beide Aspekte kurz ansprechen.

00:40:34: Beide sind gar nicht so einfach, gerade wenn es um Demokratiebelug geht.

00:40:39: Ich bringe mal kurz ein Beispiel der Ministerpräsidentin Tochter vom Ministerpräsident Bayern, wo damals alle drüber gelacht haben.

00:40:46: Vielleicht haben sie es doch mal zurückbekommen und zwar musste die junge Dame Frau Burkan diese Person erkennen und hat's nicht gewusst.

00:40:55: Alle haben sich lustig gemacht darüber.

00:40:56: dann hat sie ja noch gesagt, naja also wo der erlebt hat weiß ich noch gar nicht auf der Welt okay?

00:41:01: Also wenn wir uns das wissen begrenzen auf das was sich gelebt hat dann weiss ich nicht viel.

00:41:05: aber zu ihrer Verteidigung für alle großen Konflikte der Welt die Auftage, wo wir Demokratiebelung machen müssen.

00:41:14: Wag ich mal zu behaupten dass wir alle, die hier im Raum sind nicht alles wissen manchmal eben nur in Ansatz ausreichend Wissen haben um wirklich von Tiert Stellung nehmen zu können und dennoch müssen wir sie irgendwie in der Demokratie belingen.

00:41:33: Ich bringe mir die Beispiele Israel-Palestinien.

00:41:36: auch Ich wage zu behalten.

00:41:39: Sie wissen nicht perfekt Bescheid.

00:41:43: Regenbogenfalle intersexuelle Regenbogenfahne.

00:41:49: Wer hat sie erfunden, was ist der Hintergrund?

00:41:51: Was ist die politische Ergänung dahinter?

00:41:54: Ich wage zu behaupten auch da, wirst du mir nicht alle gründlich geschehen.

00:41:58: Anderes Beispiel.

00:42:00: Kreuze.

00:42:00: in Schulen wird immer schnell darüber geurteilt, Kreuzen müssen raus... Was ist denn da der Hintergrund und was ist die erzieherische Auftrag?

00:42:07: Wie schaut man Konkordat und Ähnliches aus?

00:42:09: Auch da wage ich mal zu behalten wie alle wissen es nicht bis ins Kleinseiliter Bescheid!

00:42:16: Ich bring auch noch den Ukraine-Krieg mit rein, für mich auch ein schönes Beispiel.

00:42:19: Dort diskutiert man rauf und runter aber so richtig fachkompetent wie wir es eigentlich in unseren Fächern sind!

00:42:27: Sind wir damit nicht hin?

00:42:31: Und dennoch müssen wir das Thema angehen bis hin zur Frage der Migration was gar nicht so einfach ist.

00:42:39: Auch da hat man schnell eine Position die andere Position ich weiß nicht ob sie sich alle im Asylrecht auskennen deutsches Recht, europarecht, dabbelnabkommen und so weiter und so fort.

00:42:49: Ob das alles so sattelfest ist?

00:42:51: Ich will für mich sagen nein es nicht!

00:42:54: Und dennoch müssen wir demokratisch über die Themen sprechen.

00:42:58: Letztes Beispiel letzte Generation um Nachhaltigkeit deutlich zu machen diese ganzen stillen Protest ungehorsam zivile Ungehorsamm und Ähnliches Alles total herausfordernde Themen.

00:43:10: ob wir alle so sattlefest sind juristisch ich wage es mal zu bezweifeln.

00:43:15: Dennoch muss man damit auseinandersetzen.

00:43:17: Ich möchte Ihnen zwei Modelle vorstellen, die ich für wichtig finde um unsere Kompetenz in der Auseinandersetzung mit diesen Themen zu schärfen.

00:43:28: Das erste Modell stammt von Ken Wilber, der mal deutlich macht das wann immer wir uns mit dem komplexen Phänomen auseinandersetzen Wir mindestens vier Perspektiven unterscheiden sollten Die ich einnehmen muss wenn nicht über bestimmtes Thema sprechen.

00:43:42: Er unterscheidet objektive Zugang subjektive zugang intersubjektiv und inter-objektiv.

00:43:47: Ich möchte ganz kurz weiterlegen.

00:43:49: Und am objektiven Zugang fokussiert Wilber vor allem auf die klaren, harten Fakten des bestimmten Themen gibt, die ich durch Messung, durch Testung, ein eindeutiges Wissen letztendlich generiert habe – da geht es um Wahrheit!

00:44:02: Und am subjektiven Zugang meint er vor allem die Gefühle, die Interessen, die Bedürfnisse des einzelnen Menschen, die in so einer Problemstellung auch immer mit hineinwirken.

00:44:11: Wie denke ich als Einzelperson darüber?

00:44:14: Also wenn mich als Vater von Zwei Buben, drei Kinder zwei Buben.

00:44:17: Einer zur Werbpflicht fragt, sage ich ganz klar, vergesst es!

00:44:21: Habe ich meine subjektive Meinung an der Stelle?

00:44:24: Die müsste sich einmal zu öffnen und sagen okay da geht's ja gleich doch um mehr als wie nur um meine Meinung.

00:44:29: Intersubjektiv meint im Kern noch kennen will man die Frage der Kultur, die auch eine Rolle spielt also die Werte, die Normen in unserer Kultur wichtig sind Auch die beeinflussten sie sichtweise auf bestimmte Fragestellungen.

00:44:43: Und die letzte Punkt ist eine systemische Frage, weil wir auch erkennen müssen, dass einzelne Phänomene, einzelne Probleme eigentlich diese Krisen in der Welt nie isoliert werden, betrachtet werden dürfen, sondern im eingespunten Sinne einen größeren Kontext.

00:44:59: Ich habe mir dieses Modell genutzt um es Ihnen aufzuzeigen.

00:45:02: im Hinblick auf den Ukraine-Konflikte Objektiv gibt es da sicherlich ein paar Daten und ein paar Fakten, die man auch in Jahreszahlen schon festmachen kann.

00:45:12: Wann war Kriegsbegeben?

00:45:13: Wann waren die Annexion der Kremien

00:45:15: usw.?

00:45:16: Ich kann schauen wie viele Prozent der Einwohner in Donbass sind Russisch-Büfe, sie sind ukrainisch... Also ich habe dort durchaus ein paar Zahlen, die ich nehmen kann bis hin zu den Zahlen der Kriegstoten an beiden Fronten.

00:45:26: Genau weiß man's nicht aber geschätzt so viel, also ich hab harte Fakte mit dem Departieren können!

00:45:32: Mit den harten Fakts werde ich der Fragestellung mit Sicherheit nicht gerecht.

00:45:36: Wir wissen auch, dass die subjektive Sichtweise in so einem Konflikt eine zentrale Rolle spielt.

00:45:40: Ihr dargestellt an diesen Personen und wir haben es mittelebt wenn der USA Präsidentschaft wechselt was sowas mit zu einen Konflikten machen kann.

00:45:48: Das heißt die subaktive Sichtweise auf bestimmte Krisen herausforderung ist zur berücksichtigen in der Debatte.

00:45:55: ich kann nicht sagen das spielt keine Rolle.

00:45:56: natürlich spielt seine Rolle wie ich über die Sache denke.

00:45:59: Ich darf nur meine Meinung nicht überall anderen stellen.

00:46:03: In gleicher Weise spielt uns so ein Konflikt hier rein, die Kultur und die Geschichte.

00:46:08: So einen Konflik beginnt ja nicht am Tag X sondern es gibt natürlich hervorgeschichte.

00:46:14: Auch die lohnt sich anzuschauen wenn ich da differenziert mich mal damit auseinandersetzen möchte.

00:46:21: Und letztendlich hat's so ein konflikt auch immer geopolitische Fragestellungen Die man eine Blick nehmen muss.

00:46:26: Mit anderen Worten Wenn Ich mit Kindern und Jugendlichen solche Themen diskutiere, dann ist es meine Aufgabe als Pädagoge den Diskurs zu öffnen.

00:46:37: Die Fragen zu stellen, die sich vielleicht keiner stellt, traut!

00:46:40: Weil das meine Aufgabe ist, die Kinder in der Breite der Debatte letztendlich fehl zu machen, sich selbst eine Meinung zu geben.

00:46:49: Das zweite Hilfestellung zur Kompetenzentwicklung.

00:47:01: Ganz häufig geht es bei so Konflikten ja immer auch um Werte.

00:47:04: Krieg und Frieden, Leben und Tod usw.

00:47:08: Das sind alles Werte!

00:47:10: Wie setzen wir uns eigentlich vernünftig mit den Werten auseinander?

00:47:14: Keiner der Werte die wir verwenden und die wir gern hochhalten ist hier in Stein gemeißelt.

00:47:19: Wenn ich heute eine Frage machen würde was ist Toleranz?

00:47:24: da geht die Meinung schon weit auseinanders.

00:47:26: Was Tolerans bedeutet?

00:47:28: vor allem wenn man einen konkreten Fall sieht das mal aus.

00:47:33: Was ist Solidarität?

00:47:35: Wir sind zur Frage, was ist Demokratie.

00:47:37: Haben wir schon darüber gesprochen.

00:47:39: Ich zeige Ihnen ganz kurz das Wertekwadrat von Schulz von Thun, dass wie so vieles über das Werte nachdenken zurückgibt bis in die Artike.

00:47:46: Aristoteles hat als Erster schon erkannt in seiner nichtomarchischen Ethik, dass es zu jedem positiven Wert einen positiven Gegenwert gibt.

00:47:55: Auch das ist schon eine ganz wichtige Erkenntnis auch in der Debatte mit den Kindern deutlich zu machen, wenn wir über einen positiven Wert sprechen.

00:48:02: Es gibt einen Wert der meint genau das Gegenteil ist aber auch positiv.

00:48:06: Bringen wir ein Beispiel in Zeiten von Nachhaltigkeit Klima und so weiter ist sicherlich Spassamkeit.

00:48:13: Ein absolut positiver Wert!

00:48:16: Es gibt aber Zeiten im Leben wo genau das gegenteil positiv ist nämlich Großzügigkeit.

00:48:25: Das heißt wir haben es hier mit einem Spannungsfeld zu tun vom zwei positiven Werte.

00:48:33: Die können entgegensätzlich gar nicht sein.

00:48:36: Und das ist genau den Puls, den Aristoteles gibt.

00:48:39: in der Wertedeparte muss uns das klar sein und wir werden immerhin und her pendeln zwischen den Extremen.

00:48:43: Wie finden wir die goldene Mitte letztendlich?

00:48:45: Das ist die Aufgabe des Lebens.

00:48:48: Eine spannende wenn man das weiter spielt mit Schulz von Tun ist ja dass man es dann noch komplexer werden machen kann.

00:48:58: Ich versuche mal ein Beispiel zu geben um deutlich zu machen dass die Werte die zunächst positiv sind auch negativ werden können.

00:49:05: Wir angenommen, Sie haben einen Lebenspartner der sehr sparsam ist.

00:49:09: Was ja zunächst mal schönes Spassamkeit.

00:49:12: Da kann er den gemeinsamen Haushalt schonen uns weitern zu fahren.

00:49:16: Aber jetzt mir angenommen Ihr Lebenspartners so spaßsam dass sie nie zu Ihrem Geburtstag einlädt Dann würden Sie sagen Problem!

00:49:25: Denn dann wird die Spaßamkeit zum Geiz in der Art heran der Stelle.

00:49:30: Das ist eine problematische Welt.

00:49:33: Gleiches mit der Großzügigkeit.

00:49:34: Ich nehme noch mal das Beispiel ihres Lebenspartners, der sehr großzügig ist und was ja schön sein kann aber die ist so großzägig dass sie sich an ihrem Geburtstag nicht nur Sie einlädt sondern das ganze Lokal mit.

00:49:46: Dann werden Sie sagen auch ein Problem dann ist er nämlich im Bereich der Verspendung.

00:49:51: Und allein dieses Verständnis von Werten ist ganz wichtig d.h.

00:49:54: ich muss da fachlich gar nicht zu hundert Prozent in den Themen drin sein Aber ich brauche Strukturen, um die Debatte anzustoßen.

00:50:02: Es geht bei Demokratiebildung in der Schule ja nicht darum dass wir in der Klasse sieben C die Weltprobleme lösen.

00:50:11: es geht darum den Menschen demokratiefähig zu machen Die Debatte zu öffnen und das ist ganz auch für Demokratie übrigens gilt möchte ich nur kurz anmerken Demokratie ist ja auch ein Wert.

00:50:23: Und einer unter wichtigsten Philosophen hat gesagt Demokratie funktioniert nicht.

00:50:28: Platon Wenn sein Politiker sagt, der Demokratie ist nicht die beste Staatsführung.

00:50:33: Er hat sicher für Aristokratie aussprechen den Philosophenstaat.

00:50:37: Die haben wenigstens eine Ahnung von der Sache vielleicht.

00:50:40: Manche Politiker fragt man sich mal.

00:50:43: Aber auch das ist in einem Spannungsfeld Demokratie-Aristokratie dürfen alle mitbestimmen nur wenige ausgewählte.

00:50:49: ich kann es ja auch weiterführen in die Anarchie.

00:50:51: da kann die Demokratie womögliche auch hinführen und die Aristokratie wenn's dann bloß einer ist bin ich in der Politik.

00:50:59: Gut!

00:51:00: Das war jetzt der Punkt zu den Kompetenzen.

00:51:02: Jetzt komme ich zu einem ganz schwierigen, eigentlich den Entscheidenden nämlich die Frage Haltungen.

00:51:07: Also ich brauche als Lehrer ja auch eine Haltung zur Demokratie und das macht mir gar nicht so einfach weil ich habe ja eine Meinung und wir Lehrer glauben ja oft dass unsere Meinung die richtige ist.

00:51:18: aber in der Demokratiebildung wäre das der falsche Weg?

00:51:21: Weil dann ist es Indoktrination, dann ist ein Gesinnungsunterricht und da soll's ja nicht sein!

00:51:26: Ich solle nicht meine Meinung an der Stelle weitergeben sondern die Kinder zum Nachdenken bringen.

00:51:32: Und jetzt bringe ich ein Beispiel, wo Sie vielleicht zusammenzucken.

00:51:36: Was ich aber wirklich als bemerkenswert gefunden habe.

00:51:41: Jetzt nicht so sehr im Hinblick auf die Positionen, die dieser Mensch vertreten hat, sondern im Hinblicke auf den Mut und die Art und Weise wie er das Thema angegangen ist.

00:51:51: Da müssen sie jetzt nicht meiner Meinung sein, aber ich fand es ganz spannend.

00:51:55: Charlie Kirk in der USA erschossen worden.

00:52:00: Bemerkenswert fand ich an universitären Kampi gegangen.

00:52:04: Dort hat sich Fragen gestellt, dort diskutiert.

00:52:07: Also die offene Debatte gesucht haben.

00:52:09: Bin gleich am Ende!

00:52:10: Ich merke schon, jetzt kommt der Druck... Für uns in Deutschland ein wichtiges Leibbild diese Haltung sichtbar zu machen.

00:52:17: Beutelsbacher Konsens, den möchte ich hinweisen Der im Kern nicht meint wie viele interpretieren nach dem Motto Wir müssen als Lehrer neutral sein.

00:52:27: Sie können gar nicht neutral sein.

00:52:29: Paul Watzlerweg hat mir recht schön gesagt Man kann nicht nicht kommuniziert Und das gilt für jede Situation im Unterricht.

00:52:37: Wenn ein Schüler mit dem Hitlergruß des Klassenzimmerbieters haben, sie zwei Möglichkeiten.

00:52:40: Sie ignorieren es?

00:52:42: Dann ist er eine Form von Kommunikation oder sie sprechen mit denen und auch dann ist er Form von kommunikationen.

00:52:48: Aber neutral sein geht an der Stelle nicht.

00:52:51: Neutralitätsgebot heißt im Kern vorwahlen Nicht bestimmten Parteien Wärmung zu machen sondern eben hier neutral zu sein.

00:52:59: aber Im Kern bedeutet der Beutelsbacher Kontext drei Punkte, die ich ganz wichtig finde.

00:53:04: Erstens – ich habe schon ein bisschen anklingen lassen – Überwältigungsverbot!

00:53:08: Die Haltung muss sein.

00:53:09: wir dürfen den Schülerinnen und Schülern unsere Meinung nicht aufoptrieren und sie als Maßstab für alles nehmen.

00:53:14: Daraus resultiert zweitens einen Kontroversitätsgebot was bedeutet dass Themen in einer Gesellschaft kontrovers diskutiert werden auch im Klassenzimmer kontroverse diskutieren müssen.

00:53:26: Und das muss man bitte zu Ende denken.

00:53:27: Das bedeutet nehme ich mir angenommen.

00:53:30: Und jetzt mache ich es wieder ganz einfach.

00:53:32: Meine Klasse ist bei einem bestimmten Thema links!

00:53:36: Was heißt das für mich?

00:53:39: Ich muss die rechte Position reinbringen, ich muss den Advokatus Diabolis spielen, ich musste die Debatte öffnen.

00:53:47: Licht über die extremen Grenzen hinaus – klar haben wir schon mal gesprochen, aber die Debatte zu öffenen ist meine Aufgabe.

00:53:54: In gleicher Weise wenn alle rechts sind, müssen sie natürlich sagen, liebe Leute da gibt's eine andere Position an der Stelle.

00:54:00: Das ist meine Aufgabe.

00:54:01: Und damit verbindet sich auch das, was Böckenschere formuliert hat Wir können des Ergebnisses an der Stelle nicht vorher sein.

00:54:10: Was dann die Debatte bringt liegt ein Stück weit in den Händen der jungen Menschen und das ist das Wagnis der Demokratie, das wir eigentlich müssen.

00:54:20: weil dritte Punkt der Partizipationsgedanke der Entscheidung ist Wie viele Minuten habe ich noch?

00:54:26: Keine mehr.

00:54:27: Dann komme ich zur letzten Folie.

00:54:29: Ich wollte noch was über einen so gratischen Eil sagen, schenke ich mir.

00:54:33: Da noch mal den Punkt aber das ist mir wichtig.

00:54:35: Erziehung ist ein Wagnis – offen und frei!

00:54:38: Das heißt wir wissen nicht wohin die Reise geht und das ist das Wagniss der Demokratie.

00:54:42: Die einzige Chance die wir haben ist die Bildung der jungen Menschen zu maximieren um dann damit auch sicherzustellen dass sie in Anerkennung von Gleichheit und Freiheit diese Demokratie als Lebensform selbstbestimmt und Verantwortung vorübernehmen können.

00:55:00: Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeitsarbeit!

00:55:06: Vielen Dank

00:55:06: fürs Zuhören!

00:55:09: Anregungen und Fragen zu heutigen

00:55:10: Folge,

00:55:11: können Sie uns gerne über unsere E-Mailadresse

00:55:13: www.pressestelle.tv-,akademie-boll.de oder über Instagram oder Facebook

00:55:20: zusenden.

00:55:22: Wir freuen

00:55:22: uns wenn sie beim

00:55:23: nächsten Mal wieder dabei

00:55:24: sind.

00:55:25: Abonnieren Sie gerne unseren Podcast.

00:55:28: Herzliche Grüße aus der evangelischen Akademie Badboll.

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