Wenn aus Gesprächen Zukunft entsteht
Shownotes
Wie gelingt Dialog in einer zunehmend polarisierten Gesellschaft? Welche Rolle spielen Orte, an denen unterschiedliche Perspektiven aufeinandertreffen? Und wie kann daraus eine gute Zukunft entstehen?
In dieser Episode der HörRäume spricht Miriam Kaufmann mit Berthold Frieß, dem neuen Vorsitzenden des Kuratoriums der Evangelischen Akademie Bad Boll. Im Gespräch geht es um die Bedeutung von offenen Diskursräumen für unsere Demokratie, den Umgang mit gesellschaftlichen Spannungen und die Frage, wie Verständigung trotz wachsender Unterschiede gelingen kann.
Berthold Frieß bringt vielfältige Erfahrungen aus Kirche, Politik und Verwaltung mit und blickt auf die Herausforderungen unserer Zeit: von sozialem Zusammenhalt über Klimaschutz bis hin zu neuen Formen des Dialogs. Dabei wird deutlich, warum es gerade heute Orte wie die Akademie braucht, an denen Menschen jenseits von schnellen Meinungen und digitalen Echokammern miteinander ins Gespräch kommen.
Online-Magazin-Beitrag zum neuen Vorsitz das Kuratoriums der Evangelischen Akademie Bad Boll
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00:01:16: Unbekannt ich heiße Sie herzlich willkommen zu einer neuen Folge unserer akademieeigenen Podcastreihe Hörräume. Mein Name ist Miriam Kaufmann und in meiner Funktion als Referentin für Kommunikation und Marketing an der Evangelischen Akademie Bad Boll spreche ich heute mit Berthold Fries. Berthold Fries wurde jüngst vom Oberkirchenrat der Evangelischen Landeskirche in Württemberg in das Kuratorium der Evangelischen Akademie Bad Boll berufen.
00:01:41: Unbekannt Und am Anfang Mai kam das Kuratorium zu seiner ersten konstituierenden Sitzung des Jahres in Bad Boll zusammen, in welcher Berthold Fries dann zum neuen Vorsitzenden des Gremiums gewählt wurde. Im Organisationsgefüge der Akademie
00:01:58: Unbekannt verfügt das Kuratorium über weitreichende
00:02:01: Unbekannt Befugnisse und berät die Akademie in allen wesentlichen Fragen ihrer Arbeit. Lieber Herr Fries, ganz herzlichen Dank, dass Sie sich heute Zeit für uns nehmen und ich darf Sie eingangs einmal kurz bitten, sich kurz vorzustellen.
00:02:15: Unbekannt Ja, guten Tag, Frau Kaufmann. Vielen Dank für die Möglichkeit, dieses Gespräch zu führen. Ich bin Berthold Fries. Ich bin Diakon und Diakoniewissenschaftler und arbeite noch für zwei Tage als Amtschef im Verkehrsministerium Baden Württemberg. Dann werde ich in den einstweiligen Ruhestand versetzt werden und bin gespannt, was dann beruflich auf mich zukommt. Aber ich habe ja noch so ein paar schöne Ehrenämter und eines davon, dass ich jetzt seit circa zwei Wochen Vorsitzender des Kuratoriums an der Evangelischen Akademie in Bad Boll bin.
00:02:52: Unbekannt Sie haben es gleich schon vorweggenommen Sie sind der neue Vorsitzende und wurden vom Oberkirchenrat eben berufen und gleich zum Vorsitzenden gewählt. Worauf freuen Sie sich denn in dieser Rolle besonders?
00:03:06: Unbekannt Na, ich freue mich zum einen darauf, im Kuratorium interessanten Menschen zu begegnen. Das Kuratorium ist sozusagen die Akademie in Klein. Die unterschiedlichen gesellschaftlichen Akteure treffen sich da parteiübergreifend auch mittlerweile außerhalb der evangelischen Landeskirche.
00:03:28: Unbekannt Menschen, die anderen Kirchen oder keinen Kirchen angehören. Die verschiedenen Gesprächskreise der Synode und die Vertreterinnen und Vertreter des Oberkirchenrat treffen sich dort, um eben über die Arbeit der Evangelischen Akademie zu beraten. Auf einer höheren Flughöhe natürlich, also eher als strategisches Beratungsgremium. Aber das sind spannende Menschen, so wie sich eben auch spannende Menschen an der Evangelischen Akademie in Bad Boll treffen.
00:03:58: Unbekannt Und wenn spannende Menschen miteinander sprechen, dann kommen hoffentlich auch spannende Themen und spannende Diskussionen zustande. So wie das eben in Bad Boll auch sein sollte.
00:04:08: Unbekannt Sie haben es schon gesagt, dass unterschiedliche Perspektiven an der Akademie aufeinander treffen, so auch im Kuratorium. Sie bringen ja auch ein vielfältiges Portfolio mit. Mit Ihrem beruflichen Werdegang. Sie verbinden Kirche mit Umweltpolitik, Verwaltung.
00:04:25: Unbekannt Wie prägt das Ihre Perspektive auf die Akademie?
00:04:29: Unbekannt Wir haben jetzt ja gerade gestern das Ende des Katholikentags erlebt, und ich fand eine gute Botschaft von diesem Katholikentag, dass die Botschaft des Evangeliums nicht anders als politisch sein kann, weil die Menschen eben immer nicht nur als Individuen, sondern auch als Personen, die in einer Gesellschaft leben, angesprochen werden. Und das Zusammenleben in einer Gesellschaft oder die Organisation dieses Zusammenlebens nennt man Politik und deswegen bin ich zutiefst ein politischer Mensch, weil mir schon immer das Zusammenleben, das gute Zusammenleben von Menschen in diesem Land, auf dieser Erde am Herzen liegt.
00:05:14: Unbekannt Und ich selber habe ja jetzt unterschiedlichste Erfahrungen gesammelt im Bereich der Sozialpolitik, der Umweltpolitik und jetzt zuletzt eben auch der Verkehrspolitik. Und alles, was ich in meinen knapp 58 Jahren geworden bin, hängt sozusagen mit diesen Lebenserfahrungen auch zusammen. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf, jetzt beruflich tätig sozusagen fürs ganze Land.
00:05:41: Unbekannt Ich möchte gerne den Bogen einfach weit spannen und möchte die unterschiedlichen Welten zusammenbringen.
00:05:47: Unbekannt Das ist, glaube ich, auch eine ganz wesentliche Rolle, die die Akademie hat für diese Gesellschaft und für diese Kirche.
00:05:54: Unbekannt Ja, Sie haben die Rolle der Akademie angesprochen. Ich greife da gerne noch mal ein.
00:05:59: Unbekannt Die Gesellschaft und also in unserer Gesellschaft wird ja oft davon gesprochen, die Demokratie
00:06:05: Unbekannt ist in Gefahr.
00:06:06: Unbekannt Und da trägt natürlich oder versucht die Akademie intensiv dagegen zu wirken oder dazu beizutragen, dass die Demokratie gestärkt wird.
00:06:16: Unbekannt Was sind. Warum sind denn aus Ihrer Sicht diese Demokratie stärkenden Orte, wie es die Akademie ist, für die Gesellschaft so wichtig?
00:06:24: Unbekannt Es gibt ja ganz unterschiedliche Gründe, warum die Demokratie in den letzten Jahren unter Druck geraten ist. Und ein Grund liegt sicherlich darin, dass wir über die sogenannten sozialen Medien.
00:06:39: Unbekannt Und deren Algorithmen,
00:06:41: Unbekannt eine Situation haben, dass sie, dass die extremeren Positionen, die polarisierenden Positionen stärker.
00:06:50: Unbekannt Wahrgenommen werden und ausgespielt werden als eben die moderaten Töne. Aber eine Gesellschaft ohne Demokratie kann eigentlich nur aus der Mitte heraus gestaltet werden und entsteht eben nicht durch Polaritäten an den Rändern.
00:07:07: Unbekannt Und deswegen wird es darauf ankommen, dass in Bad Boll die unterschiedlichsten Menschen kommen. Auch die mit polarisierenden Meinungen, aber auch die, die eben am Moderieren Kompromisse finden und das Ganze eben zusammenbringen, sich treffen und zu wesentlichen gesellschaftspolitischen Fragen dann auch antworten miteinander besprechen, die dann wieder aus Bad Boll in die unterschiedlichen Resonanzräume reingehen.
00:07:38: Unbekannt Und ein zweite Punkt ist sicherlich, dass wir stark in verschiedenen Säulen kommunizieren. Jede und jeder hat seinen eigenen oder ihren eigenen Resonanzraum. Und wir haben weniger so was wie gesamtgesellschaftlichen Raum. Also wir haben wenig Orte, wo ich sag mal, das Lagerfeuer dieser Gesellschaft brennt, um das man sich dann auch herum zusammenfindet. Und vielleicht kann man in Bad Boll auch das ein oder andere Lagerfeuer entzünden, wo mal wieder Menschen zusammenkommen, um sich eben zu gruppieren.
00:08:14: Unbekannt Um eine Frage, die sich vielleicht sonst in dieser Gesellschaft auch nicht treffen.
00:08:20: Unbekannt Und wir brauchen eben Elemente und Formate, die die Bindewirkung der Demokratie und der Gesellschaft wieder erhöhen, weil wir eben sonst zu viele
00:08:32: Unbekannt haben, die das Ganze auseinanderbringen.
00:08:35: Unbekannt Sie haben es so schön gesagt mit Lagerfeuer. Wir haben ja so diverse thematische Lagerfeuer, um einfach da noch mal nachzuhaken.
00:08:44: Unbekannt Gibt es aus Ihrer Sicht thematische Bereiche, die die Akademie noch stärker bespielen sollte oder worum sie sich mehr kümmern sollte? Wir haben ja Schwerpunkte, also Gesellschaft, wir haben Politik, wir gucken auch theologisch ethischen Themen Bildung und Kultur, Schrägstrich, Kunst. Gibt es was, wo Sie die Akademie
00:09:08: Unbekannt führend oder vorne ran sehen? Oder auch, wo die Akademie sich noch mehr
00:09:13: Unbekannt mehr drum kümmern sollte thematisch?
00:09:16: Unbekannt Also ich will das glaube ich aus meiner Perspektive jetzt als neuer Kuratoriumsvorsitzender gar nicht so unbedingt bewerten. Das steht mir vielleicht zum einen nicht zu, zum anderen kann ich es auch gar nicht wirklich kompetent. Ich nehme die Arbeit der Akademie in den Bereichen, wo sie sie tut, und sie kann sie halt in weniger Bereichen tun. Mit weniger Menschen, weil sie eben jetzt auch Kürzungen der Vergangenheit wirklich als eine sehr, sehr wertvolle und wichtige Arbeit an und ich glaube, dass die Arbeit der Akademie, egal ob sie im Jugendbereich ist, im Bereich der Medizinethik, im Bereich der Sozialpolitik oder auch im Bereich Bildung unglaublich wichtige Impulse gibt.
00:09:58: Unbekannt Für die Menschen, die an diesen Tagungen teilnehmen.
00:10:02: Unbekannt Was ich mir wünschen würde, das habe ich auch in so einer kleinen Antrittsrede jetzt im Kuratorium gesagt. Ich würde mir wünschen, dass es gelingt, mindestens einmal im Jahr, ich sag mal so eine Leittagung seit den Tagen, also vielleicht im Sinne von Leiten, nicht von leicht, eine eher eine schwergewichtige Tagung hinzubekommen, die eben dann wirklich auch über den Ort Bad Boll und über die Teilnehmenden hinaus wirkt, die vielleicht auch eine mediale Wirkung erfährt und die vielleicht anknüpft an die großen Auseinandersetzungen aus den 70er, 80er Jahren, NATO, Doppelbeschluss etc. pp.
00:10:40: Unbekannt Auch vielleicht die ganze Frage rund um Israel und Palästina, die ja in Bad Boll stark bearbeitet wurde. Und denkbare Themen sind da sicherlich Wie kriegen wir eine bessere Bildung, Wie kriegen wir es hin, dass die sozialen Pole nicht weiter auseinanderdriften, sondern auch wieder zusammenkommen? Wie kriegen wir einen wirtschaftlichen Aufschwung hin, bei dem wir alle mitnehmen? Aber natürlich sind auch Fragen von Krieg und Frieden leider wieder sehr aktuell und müssen besprochen werden und müssen vielleicht auch anders besprochen werden, als sie eben normalerweise tagaus tagein in den Medien besprochen werden.
00:11:21: Unbekannt Und insofern,
00:11:22: Unbekannt glaube ich, mangelt es an Themen, die sozusagen eine Vertiefung aus unterschiedlichen Richtungen bräuchten und wo mal wieder alle zusammenkommen, die was dazu zu sagen haben. Und nicht nur die, die miteinander sprechen wollen.
00:11:36: Unbekannt solche Themen gibt es glaube ich genug und das muss man sich halt überlegen. Was passt jeweils in ein entsprechendes Jahr und womit kann man dann auch sozusagen einen Beitrag leisten zu einer gesellschaftlichen Debatte?
00:11:50: Unbekannt Ja, Sie haben es gesagt Die
00:11:51: Unbekannt die Diskussionsbereitschaft bzw das sich auseinandersetzen mit einem Thema
00:11:57: Unbekannt das gelingt, wenn viele Leute oder wenn Leute über ein Thema sprechen wollen. Und die Herausforderung ist sicherlich genau die miteinander an Tisch zu bringen, die eben bis jetzt nicht sich nicht verweigert haben, aber bis jetzt nicht den den Weg miteinander gefunden haben, in den Austausch zu treten.
00:12:14: Unbekannt Also das wird glaube ich eine große Herausforderung. Nicht nur das das Thema an sich, sondern das miteinander sprechen. Das ist glaube ich mittlerweile gar nicht mehr so gang und gäbe.
00:12:25: Unbekannt Eine Frage zu zu Ihrer persönlichen Verbindung zur Akademie, wenn es diese denn in der Vergangenheit gibt. Mir wird immer wieder erzählt, ich bin schon als Kind mit meiner Oma da gewesen.
00:12:37: Unbekannt Oder wenn ich sage, ich arbeite an der Akademie, heißt es immer Ah, da war ich auch schon, weil hier gab es eine Fortbildung zu oder das Essen ist mir in positiver Erinnerung geblieben. Und natürlich der Ort, der einfach natürlich innen eine tolle Räumlichkeit und eine tolle Situation bietet für das sich zurücknehmen oder das sich Einlassen auf ein Gespräch.
00:12:59: Unbekannt Wie ist denn Ihre persönliche
00:13:01: Unbekannt Bindung zur Akademie?
00:13:03: Unbekannt Also meine persönliche Bindung geht nicht ganz bis zur Kindheit zurück, aber ich habe ja evangelische Jugendarbeit gemacht, hauptberuflich 15 Jahre und im zweiten Abschnitt dieser Zeit, ab 2001, war ich Referent für Jugendpolitik des Evangelischen Jugendwerks in Württemberg und damit auch verbunden mit der jugendpolitischen Bildung an der Evangelischen Akademie Bad Boll.
00:13:30: Unbekannt Und in dieser Zeit bin ich tatsächlich regelmäßig in die Akademie gekommen, habe dann sowohl die geeigneten Tagungsräumlichkeiten als auch das gute Essen als auch die spannenden Menschen
00:13:42: Unbekannt genossen. Und ab diesem Zeitpunkt bin ich eigentlich regelmäßig in der Akademie vorbeigekommen. Ich habe danach dann ja die Landesgeschäftsführung des Bund Baden Württemberg gemacht, der jedes Jahr seine
00:13:54: Unbekannt Mitgliederversammlung bzw Delegiertenkonferenz und Jahrestagung dort
00:13:59: Unbekannt abhält und habe beim Bund auch festgestellt, wie positiv helle, ansprechende, warme Räume auf eine Atmosphäre des Miteinanders wirken können.
00:14:11: Unbekannt Ich habe damals angefangen im Dezember, im Oktober, aber eben im Herbst eines Jahres und war dann so in unterschiedlichen Regionalverband, meistens in relativ dunklen Nebenräumen von irgendwelchen Gaststätten und habe da zum Ersten Mal die Leut getroffen und es war eine völlig andere Atmosphäre. Als ich dann die gleichen Leute wiedergetroffen habe, eben in Bad Boll im April des Folgejahres bei der ersten Jahrestagung, da habe ich gemerkt, wie stark eben Räume auch wirken.
00:14:41: Unbekannt Und in meiner Zeit beim Bund habe ich auch in den energiepolitischen Sprechen Gesprächen teilgenommen. Es war die Zeit, als es in Deutschland denn die Auseinandersetzung um den Atomausstieg gegeben hat. Und es war wirklich wohltuend, so einen Schutzraum für Diskussionen zu haben, wo sich die unterschiedlichsten Akteure, also die Vertreterinnen und Vertreter der
00:15:06: Unbekannt mit den Verbänden, Verbands, Vertreterinnen und Vertretern und eben auch mit den Vertreterinnen und Vertretern der Ministerien zum Gespräch getroffen haben, sich geöffnet haben und man eben unter Ausschluss der Öffentlichkeit einfach auch mal die Positionen und Argumente in aller Ruhe austauschen konnte.
00:15:25: Unbekannt Und ich glaube, dass diese Gespräche auch einen wichtigen Beitrag
00:15:28: Unbekannt zu einem konstruktiven Dialog dann auch nach dem
00:15:31: Unbekannt Atomausstieg mit geleistet haben. Also von daher verbinde ich wirklich viele gute Erinnerungen. Und ich bin jetzt ja auch seit zwölf Jahren im Beirat Gesellschaft Politik Staat mit dabei. Da die Kolleginnen und Kollegen, aber eben auch die anderen Beiratsmitglieder kennen und schätzen gelernt.
00:15:51: Unbekannt Und deswegen habe ich auch sehr, sehr gerne auf die Anfrage hin, ob ich ins Kuratorium gehe und da auch den Vorsitz führen möchte, meine Bereitschaft dazu erklärt
00:16:03: Unbekannt ja, was sie absolut ehrt, weil solche Ämter on top zusätzlich zu übernehmen. Das ist ja auch immer mit einer mit einem zusätzlichen Aufwand verbunden, aber mit einer, äh, mit Herzensliebe bzw mit einem mit einer Einsatzbereitschaft für eine Institution, was ja dann durch die Übernahme des Vorsitz schon für sich spricht.
00:16:22: Unbekannt Sie haben den Vorsitz übernommen und haben sich bestimmt im Vorfeld überlegt, was Sie vielleicht für Schwerpunkte setzen wollen oder wohin Ihre Reise als Vorsitzender für die Akademie oder mit der Akademie gehen soll.
00:16:37: Unbekannt Also ich bin ja als Vorsitzender des Kuratoriums und wir insgesamt im Kuratorium nicht dafür zuständig, die Arbeit als solche zu tun. Das machen die Kolleginnen und Kollegen. Und mein Führungsverständnis war schon immer,
00:16:51: Unbekannt dass es die vornehme Aufgabe der Führungsriege ist, für gute Rahmenbedingungen zu sorgen, damit die Menschen auch arbeiten können. Ich denke, wir müssen konstatieren, dass insgesamt die Mittel, die der Kirche zur Verfügung stehen, eben schrumpfen.
00:17:10: Unbekannt Das heißt, da kann auch kein Bereich ausgenommen bleiben. Alle sind da gefragt, ihren Beitrag zu leisten und mit weniger dann trotzdem eben gemäß den Ressourcen, die man zur Verfügung hat, auch eine gute Arbeit zu leisten. Aber ich gehe mal davon aus, dass
00:17:28: Unbekannt wir.
00:17:29: Unbekannt Auch in Zukunft damit rechnen müssen, dass kirchenpolitische Diskussionen geführt werden. Und da will ich die Akademie sehr gerne unterstützen. Mit meinen auch kirchenpolitischen Verbindungen. Ich will die Akademie natürlich durchaus sehr gerne unterstützen mit meinem Netzwerk, die sich aus meinen jetzt 14-jährigen Tätigkeiten im Bereich der Landespolitik,
00:17:51: Unbekannt gewinnen konnte und erlangt habe. Und ich will mich gar daran beteiligen auf einer strategischen Ebene.
00:17:58: Unbekannt Was kann man inhaltlich tun, damit man eben tatsächlich nehmen
00:18:02: Unbekannt passende Diskussionen zur passenden Zeit führt? Aber ich würde mich da jetzt gar nicht auf irgendwie ein Thema oder so festlegen wollen. Ich habe selber schon auch Themen, die mich beschäftigen. Ich denke zum Beispiel, dass das Thema des Klimawandels derzeit mindestens genauso wichtig zu bearbeiten ist wie vor fünf, als vor fünf Jahren, wo es auf allen Themen Agenten ganz oben stand.
00:18:29: Unbekannt Im Moment haben wir
00:18:31: Unbekannt eine konjunkturelle Delle, eine schwierige wirtschaftliche Situation. Das sind dann andere Themen obenauf. Aber wir müssen uns weiterhin darum kümmern, dass wir die Grundlagen des Wirtschaftens auch für die nächsten Generationen erhalten.
00:18:48: Unbekannt Und da gehört es dazu, dass wir Umweltpolitik, aber eben auch Klimaschutzpolitik, Naturschutz, Politik nicht aus den Augen verlieren. Das sind keine Politikfelder, die irgendwie
00:19:00: Unbekannt die Petersilie auf irgendwelchen schönen Gerichten sind, sondern die sind elementare
00:19:05: Unbekannt Lebensgrundlage für ein friedliches und auch prosperierendes Zusammenleben hier auf dieser Erde und eben auch in unserem Land.
00:19:14: Unbekannt Und deswegen ist wichtig, dass es Kräfte gibt, die auch gegen die konjunkturelle Situation Themen bearbeiten und mit guten Formaten auch wieder auf die Agenda draufbringen. Also wie gesagt, keine Festlegung auf diese Themen von meiner Seite. Aber als Beispiel illustriert,
00:19:35: Unbekannt dass ich glaube, es ist wichtig, dass das, was da passiert, in Bad Boll über die tagespolitischen Debatten und auch über die gesellschaftspolitischen Mainstreams hinausgeht.
00:19:46: Unbekannt Sie haben gesagt, dass eine Themenschwerpunkt oder Themenwünsche haben Sie geäußert bzw wo Sie sehen, dass da die Akademie weiterhin dranbleiben soll oder muss. Weil das ist ja auch also Nachhaltigkeit, Klimawandel, das ist ja ein Thema, was in der Akademie schon seit Jahrzehnten auch schon behandelt wird und immer auf dem auf dem Plan steht. Und Sie sagten auch, dass es eben aktuell Konjunktur bedingt ein wenig ins Treffen geraten ist.
00:20:15: Unbekannt Aber es bleibt ein Zukunftsthema. Absolut.
00:20:20: Unbekannt So generell für die Akademie mit dem Wissen über die, die kürzt die Kürzungen natürlich die gesamte Kirchen Kirchenlandschaft betreffend. Mit dieser, mit diesen ganzen Wissen über die entwick gesellschaftlichen Entwicklung. Was? Was wünschen Sie sich denn für die Akademie? Wir haben ja jetzt schon einige Jahre auf dem Buckel, sozusagen. 45 war der über das Gründungsjahr.
00:20:46: Unbekannt Danach sind viele Akademien nachgekommen und wir sind ja sozusagen der Ursprung der Akademiearbeit in Bad Boll. Wo sehen Sie den Weg der Akademie für in Bad Boll Für die Zukunft? Also ich glaube, das
00:21:02: Unbekannt ganz wesentlich für die
00:21:04: Unbekannt Arbeit dieser Akademie. Der Standort Bad Boll mit seinen
00:21:08: Unbekannt Tagungsgebäuden. Ähm, tatsächlich ist ich glaube, man braucht diesen Ort, an dem man auch gehen kann.
00:21:16: Unbekannt Das macht jedenfalls diese Akademie aus. Und ich war bestimmt noch nicht in allen Akademien in Deutschland. Aber die allermeisten liegen eben an Orten, wo man sich auch gerne aufhält und wo man also ein bissl,
00:21:30: Unbekannt Distanz zum täglichen Trubel hat. Deswegen wäre für mich ein erstes Ziel, dass unbedingt dieser Ort erhalten bleiben muss.
00:21:38: Unbekannt Ein zweites Ziel wäre das wirklich auf diese personelle Ausstattung, die wir jetzt haben, nach den letzten Sparbeschlüssen möglichst zu nehmen.
00:21:49: Unbekannt Zeit, in der man dann auch einen Bogen spannen kann, so zu erhalten bleibt. Man wird wahrscheinlich jetzt angesichts der Ausgangslage das nicht für alle Ewigkeit festschreiben können, befürchte ich. Aber man sollte jetzt mal mit diesem Personaltableau tatsächlich für eine mittelfristige Spanne planen können, um dann auch was Gutes zu machen. Und ich glaube, was immer notwendig ist in solchen Situationen, um nach vorne zu blicken, muss man unbedingt eine Aufgabenkritik machen.
00:22:24: Unbekannt Kürzungen folgen manchmal nicht nur stringenten, inhaltlichen oder zukunftsorientierten Logik, sondern eben
00:22:32: Unbekannt entlang der Möglichkeiten. Und wenn man die Zukunft gewinnen möchte, dann wird man das sicherlich nicht dann schaffen, wenn man eben entlang von wie auch immer gearteten Kürzungen linear das weiter macht, was man bisher getan hat. Sondern die Herausforderung wird sein, dass sich die Akademie jetzt mit diesen
00:22:53: Unbekannt neuen Rahmenbedingungen auch ein stückweit neu erfindet und neu nach vorne ausrichtet.
00:22:59: Unbekannt Deswegen auch der Impuls von meiner Seite, den ich gerne mal wiederholen möchte. Sicherlich an diversen Stellen Tagungen, wo die Stakeholder gut eingebunden sind. Aber ich glaube eben auch, dass es notwendig ist, Ausrufezeichen zu setzen, denn der kirchliche Auftrag der Akademie und ihre gesellschaftspolitische Verantwortung bedeutet schon, dass es eben auch eine Wahrnehmung braucht, die über die eigenen Grenzen hinausgeht.
00:23:32: Unbekannt Und
00:23:33: Unbekannt ich glaube auch, dass die kirchenpolitische Bedeutung der Akademie und
00:23:39: Unbekannt auch die die Wertschätzung für die Akademie innerhalb der evangelischen Landeskirchen sage ich jetzt mal
00:23:46: Unbekannt größer, wieder größer wird, wenn eben die Relevanz auch spürbar wird dieser Institution. Deswegen glaube ich schon, dass es beides auch zusammenkommen kann, relevante gesellschaftliche Diskussion anzustoßen, aber dann eben auch eine relevante Wahrnehmung innerhalb der EntscheidungsträgerInnen und Entscheidungsträger hinzubekommen.
00:24:08: Unbekannt Er frisst das
00:24:09: Unbekannt wünsche ich uns auch in diesem Sinne. Ich Wir sind am Ende unseres Gesprächs. Ich darf mich ganz, ganz herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich die Zeit genommen haben und wünsche Ihnen für Ihren Vorsitz, für Ihre Funktion im Kuratorium alles Gute. Weise Entscheidung, dass Sie der Akademie gut zur Seite stehen. Aber das ist ja Ihr Vorhaben.
00:24:35: Unbekannt Und für alles Weitere alles Gute und herzlichen Dank!
00:24:38: Unbekannt Sehr gerne, Frau Kaufmann, bedanke mich auch sehr herzlich für das Gespräch und freue mich, wenn wir uns mal persönlich treffen. Ich mich auch sehr gerne.
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