"Wir müssen sichtbar werden."

Shownotes

Queeres Leben ist Teil unserer Gesellschaft und unserer Kirchen, oft jedoch unsichtbar gemacht, übergangen oder in Frage gestellt. In dieser Episode kommen Stimmen aus Beratung, Forschung, Bildung und kirchlicher Praxis zusammen. Sie erzählen von Erfahrungen zwischen Ausgrenzung und Zugehörigkeit, von Leerstellen und Lernprozessen und auch davon, wo Veränderungen bereits begonnen haben. Sichtbarkeit, Vernetzung und gegenseitiges Zuhören eröffnen neue Wege. Eine ermutigende Diskussion über Verantwortung, Aufbruch und die Frage, wie Kirche endlich ein Raum für alle sein kann.

Die Veranstaltung „Unverzichtbare Vielfalt – gestern, heute, morgen. Queere (Kirchen-)Geschichte sichtbar machen“ fand am 22./23. April 2026 an der Evangelischen Akademie Bad Boll statt.

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00:01:07: Ich bin die Helga mit der tiefen Stimme, also mit der tiefen Stimme.

00:01:12: Ich komm vom Queeren Netzwerk Baden-Württemberg, der seit kurzem erst so heißt, und bin dort einer der Sprechenden, arbeite in der Beratung, in der Begleitung, hab eine Fachberatungsstelle für geschlechtliche Vielfalt in Göppingen, also ganz weit weg von hier.

00:01:26: Ich wohn hier in Boll, also

00:01:28: sehr entspannt hier und ich fand die Veranstaltung total spannend, schon im Vorfeld.

00:01:34: Deswegen haben wir auch gesagt, wir sind Kooperationspartner, weil das Thema Kirche natürlich ein Thema ist, das auch in meiner Beratung immer wieder auftaucht.

00:01:43: Ja, weil Menschen dann sich melden, die sind trans zum Beispiel und sagen, ich krieg das mit dem Glauben nicht überein, ich bin in der freien Kirche und da werd ich aus der Kirche geschmissen und so weiter.

00:01:53: Also es gibt da ganz krasse Situationen, die wir in der Beratung dann auffangen müssen.

00:01:57: Und deswegen fand ich das total spannend und jetzt gehen wir direkt rein.

00:02:02: Die Idee ist, dass ich so ein paar Fragen stelle und zwar an die Leute aus dem Team, die so in dieser Vorbereitungsphase schon mit drin waren.

00:02:09: Also erst mal so dieses, geschafft, wie geht es euch jetzt?

00:02:14: Dann so dieses, wenn ihr jetzt noch mal anfangt, die nächste Veranstaltung, wir hoffen ja immer, es geht weiter, was soll sich denn vielleicht noch ändern, was könnte man denn noch ändern?

00:02:25: Ja, was sind so Ideen, die jetzt aufgekommen sind, die man aufgreifen könnte und das wär so quasi der Bogen, den wir da spannen.

00:02:33: Dann gibt es hier ein Awareness Team.

00:02:35: Ich weiß nicht, ob ihr das mitgekriegt habt.

00:02:37: Im Grunde hoffe ich, ihr habt es nicht mitbekommen.

00:02:39: Ich duze euch, das ist so das generative Du.

00:02:41: Ja, ich muss ja oft mit dem generativen Er leben und das Awareness Team hat hoffentlich nicht viel zu tun gehabt, aber vielleicht ja doch.

00:02:51: Deswegen würde ich da mal gern reinhören,

00:02:53: was es da so an Erfahrung gegeben hat.

00:02:54: Also da werden jetzt keine Einzelgeschichten erzählt, eher so ein allgemeiner Eindruck und dann gibt es hier diese Feedbackbox und in der Feedbackbox, da konntet ihr Feedback zurückgeben.

00:03:04: Ich hab schon so ein bisschen gesneakt, also zum Beispiel das Mapronomen sind nicht möglich, dass man die bei der Anmeldung eingeben kann und dann gucken wir einfach mal rein, was da an Feedback drin ist und dann sind die zweieinhalb bis 3 Stunden rum und dann kommt ihr noch bei Sonnenlicht alle gut nach Hause.

00:03:21: So, so wär die Idee

00:03:23: Und jetzt was ganz Besonderes, wir haben ja einen Stuhl frei, jetzt ist es doch der in der Mitte geworden.

00:03:29: Thomas, möchtest du dich vielleicht auf den rübersetzen, weil wir uns dann überlegt haben, weil der Stuhl hat eine Besonderheit.

00:03:35: Das ist jetzt nicht der heiße Stuhl und auch nicht der nasse Stuhl, der übrigens nicht nass ist, nur so als Info.

00:03:42: Wenn von euch jemand sich einbringen möchte, eine Idee hat, irgendwas, irgendwas vorstellen möchte, auf den irgendeinen Gedanken gekommen ist, dann dürft ihr das tun, dann meldet ihr euch.

00:03:53: dann dürft ihr euch da vorne hinsetzen und mit uns mitreden und ich rede dann mit euch.

00:03:57: Die Alternative ist natürlich, dass ich euch das Mikrofon hinüberreiche und ihr das an eurem Platz ausmacht.

00:04:04: Wir versuchen hier so ein bisschen Safe Space zu sein, also ein Brave Space eigentlich.

00:04:08: Kennt ihr den Unterschied?

00:04:09: Safe Space, Brave Space, Safe Space wäre, wenn es wirklich ganz sicher ist.

00:04:14: Das ist es aber in aller Regel nicht, weil ja zum Beispiel die Tür aufgehen könnte und dann ist es nicht mehr safe.

00:04:20: Brave heißt einfach nur, alle denken dran, alle versuchen Menschenrechte zu achten, alle versuchen nett zueinander zu sein und den anderen zu respektieren.

00:04:28: Und deswegen, ich glaub, wir sind ein Brave Space oder wehe, wenn nicht.

00:04:32: Ja, das heißt, ihr dürft auch selber entscheiden, wollt ihr da vorne hin sitzen oder wollt ihr von aus der Gruppe heraus mit uns kommunizieren.

00:04:39: So, also ich mach auch Radio, hört man vielleicht an meiner losen, an meinem losen Mundwerk.

00:04:45: Meine Sendung heißt Kreuz und Queer

00:04:48: und ich hatte es ja am Anfang so kreuz und quer, also querbeet sozusagen gedacht und ich hab im im im Zuge meiner Arbeit, ich bin jetzt seit fast 5 Jahren im Netzwerk aktiv, hab ich gemerkt, dass das Thema Glaube, das Thema eben das Kreuz auch als ein ein ein Symbol der der von Religion und zwar nicht nur der christlichen Religion, dass das in unsere Arbeit unheimlich oft mit reinspielt, weil das so ein moralischer, moralische Gründung, Gründung ist,

00:05:18: die es vielen Menschen, mit denen ich arbeite und für die ich arbeite, einfach super schwer macht, mit ihrer eigenen Lebensrealität klarzukommen, weil die einfach diametral ist zu dem, was ihnen ihr Glaube in den Interpretationsformen und Deutungen, wie es leider gedeutet wird, immer noch einfach in die Quere kommt.

00:05:38: Und deswegen ist Kreuzung hier tatsächlich inzwischen auch so 'n Thema geworden.

00:05:41: Und in der vorletzten Sendung, ich hab immer dienstags live Sendung, in der vorletzten Sendung hab ich dann gemeint,

00:05:47: aber auch unsere Sendung heute.

00:05:48: Ich hab eine Gro-Moderatorin, unsere Sendung wird heute ganz schön evangelisch, weil ich hab auf diese Veranstaltung hingewiesen.

00:05:55: Ich hab auf ein auf eine Veranstaltung in Göppingen hingewiesen, die von der Evangelischen Jugend organisiert wird und noch irgendwas.

00:06:02: Also, es war eine sehr evangelische Sendung, was für unsere Sendung ungewöhnlich ist.

00:06:05: So, jetzt aber, ich geb mal das das zweite Mikro weiter.

00:06:09: Wer bist du denn?

00:06:10: Hallo, ich bin Bea, Bea Dörr.

00:06:13: Ich

00:06:13: ich mach gleich die evangelische Quote wieder höher.

00:06:16: Ich bin evangelisch, ich arbeite in der Landeszentrale für politische Bildung, bin dort zuständig für den Fachbereich Frauen und Politik auf einer Teilzeitstelle für gut 50% der Bevölkerung und dann kann man ja auch noch andere Minderheiten abdecken.

00:06:29: Ja, also da gehört, ich war schon im letzten Tagungsvorbereitungsteam dabei und fand es eine ganz wunderbare Zusammenarbeit und ich hatte auch das Gefühl, es steht an, dieses Thema zu bearbeiten und zwar

00:06:41: auch wenn jetzt beides mal in kirchlichen Tagungsstätten stattgefunden hat, hat es doch ausgestrahlt und es sind auch einige säkulare Menschen unter uns, was ich wunderbar finde vom Austausch her.

00:06:52: Ich hab leider gestern den ersten Tag krankheitsbedingt verpasst und bin jetzt aber umso froh, heute da zu sein.

00:06:58: Und hoffentlich auch wieder gesünder.

00:07:00: Gesünder definitiv.

00:07:01: O.

00:07:02: K., dann übrigens Landeszentrale politische Bildung,

00:07:05: ist da sehr, sehr wach im Moment.

00:07:07: Wir haben in Bad Urach Ende letzten Jahres eine Veranstaltung gehabt, des Netzwerks mit der Bundeszentrale Politische Bildung, wo es um genau diese Themen auch gegangen ist.

00:07:15: Ja, also von daher ist eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit.

00:07:20: Ja, also mein Name ist Karlheinz Steinle, ich bin Historiker, arbeite eigentlich hauptsächlich freiberuflich, aber habe eine Teilzeitstelle an der Uni Stuttgart für ein Forschungsprojekt,

00:07:33: das sich ums ganze Bundesland dreht, hat die queere Geschichte Baden-Württembergs in den letzten 100 Jahren, ich verkürz das sehr, so heißt das nicht offiziell, und als Vertreter dieses Forschungsprojektes hab ich auch schon die letzte Tagung mitorganisiert.

00:07:55: Es geht sogar so weit, meine Kollegin aus dem Forschungsprojekt und ich,

00:08:00: haben im Jahr 2022, im Herbst, einen gemeinsamen Online-Vortrag gemacht über eine Tagung hier in Bad Boll 1960 zum Thema Homosexualität und diese Online-Vorstellung, die war organisiert, dieser Online-Vortrag war organisiert von der Uni Hohenheim, Quatsch, von der Akademie in Hohenheim und eben von hier und hat so viele, so viel Resonanz hervorgerufen, dass aus dieser

00:08:29: Online Vertrags Vortragsvorstellung sozusagen die Idee geboren ist, eine Tagung zu machen.

00:08:35: Und aus dieser Tagung kam es jetzt zu dieser Tagung.

00:08:39: Also insofern ist es relativ begeisternd jetzt für mich, was die Beschäftigung mit Geschichte eigentlich auslösen kann.

00:08:47: Also so, solange man die auch noch vermittelt und versucht, die sozusagen auch zu streuen und nicht an der Uni zu halten.

00:08:55: Und

00:08:55: Und in diesem Sinne glaube ich eigentlich, oder könnte ich mir gut vorstellen, dass sich aus dem Jetzt noch mal wieder was Weiteres entwickelt und erste Spuren sind ja auch schon gelegt.

00:09:05: Und Karl, du hast genau beschrieben, wie heute Queerness funktioniert und wie queer Aktivismus funktioniert.

00:09:11: Es fängt mit irgendwas an, das reißt irgendjemanden mit und dann kommen andere dazu und dann entwickelt sich was.

00:09:17: Und das hat sich, glaube ich, nie verändert.

00:09:18: Aber es ist in der queeren Community etwas, was auch sehr vielen Menschen auch in den U.

00:09:22: S.

00:09:22: A., die gerade sehr verfolgt werden, hilft.

00:09:25: Ja.

00:09:25: Ja, was was vielleicht noch das Besondere war, dass ja der der Impuls kam sozusagen aus der akademischen akademischen Wissenschaft und ging dann woanders hin und das ist insofern wieder interessant.

00:09:35: Und jetzt wär es für mich zum Beispiel interessant, als auch ein Vertreter einer jetzt nicht per se kirchlichen Organisation, inwiefern diese beiden Tagungen zu der ersten gab es ja auch einen Tagungsband, den ich jetzt leider nicht vorzeigen kann.

00:09:51: einen sehr umfangreichen.

00:09:53: Es wäre für mich interessant, inwiefern diese Themen jetzt wiederum von der Wissenschaft aufgegriffen werden und insbesondere oder als erstes vielleicht auch von von den Queer Studies und das sehe ich bis jetzt noch nicht so viel und das finde ich zum Beispiel ein Manko.

00:10:08: Das ist der Tagungsband von der letzten Tagung, umfangreich.

00:10:14: Also es ist von der letzten, ne, nicht, nicht von dieser.

00:10:16: Von der letzten, auch als Open Access zu

00:10:20: erhalten, dann kann man ein PDF runterladen.

00:10:23: Das war es jetzt aber, glaub ich, ja, dann geht das Mikro bitte mal weiter.

00:10:28: Ja, hallo, ich bin Thomas König, ich bin katholisch und arbeite auch an der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart und diese schon genannte Online-Veranstaltung war nicht meine Initiative, aber wir haben es maßgeblich umgesetzt.

00:10:41: Es kam eigentlich aus dem Bereich Männergesundheit, also es ist schon

00:10:46: sind schon erstaunliche Wege, die dann gegangen werden und die dann zur ersten Tagung führten und jetzt auch zu dieser hier.

00:10:52: Ja, ich bin eigentlich im Bereich Gesellschaft und Sozialpolitik tätig bei uns im Fachbereich und ja, vermisse ein bisschen meine beiden Kolleginnen, die heute leider verhindert sind, aber nichtsdestotrotz gerne.

00:11:08: Aber schön, dass dass du da bist und dann die Kollegin mit vertrittst, mach ich quasi.

00:11:13: So, und dann haben wir hier noch jemanden sitzen.

00:11:15: Thomas, wer bist du denn?

00:11:16: Ja, der andere Thomas, der zweite Thomas, der evangelische Thomas, Studienleiter in der Evangelischen Akademie hier und zuständig für Lebensformen, Soziales und Diversity, wie es ganz offiziell heißt.

00:11:28: Ich kürz das gern mit L.

00:11:29: S.

00:11:30: D.

00:11:30: ab, aber dann gucken die Leute immer so verstört.

00:11:32: Und im Wesentlichen mach ich Tagungen im Bereich Inklusion.

00:11:36: Auch mir ging es so, dass es über die Männerarbeit dann letzt, also war so eine Schiene, die auf diese Tagung hier zugeführt hat.

00:11:43: und eine zweite und da werf ich den Ball so ein bisschen wieder zurück.

00:11:46: Ich erinnere mich an vor ein paar Jahren, ich weiß nicht, wie lange es her ist, 4 vielleicht, hat hast du mich, Helga, nämlich angesprochen und hast gefragt, wir bräuchten hier Räumlichkeiten für so ein Projekt, da geht es um so eine Queer Wiki und wir hatten zu der Zeit leider nichts und so bin ich auf die katholischen Kollegen, Kolleginnen und Kollegen zugegangen und irgendwie war das auch einer der Steine, der das alles ins Rollen

00:12:09: gemacht hat.

00:12:09: Das freut mich, aber ich weiß gar nicht, wie das mit der Queer B.

00:12:11: K.

00:12:11: ausgegangen ist.

00:12:12: Also, es war ein Förderprojekt, was wir bekommen haben vom Land Baden-Württemberg und wir haben uns in Hohenheim dann getroffen, auf deine Vermittlung hin, und es war ein super Erfolg und daraus aus viel Neues entstanden.

00:12:26: Also, die, die Idee dahinter ist gewesen, dass wir quasi ein Online-Forum aufbauen, in dem Menschen ihre Narrative, ihre eigenen erlebten Narrative, einbringen können.

00:12:37: wie so eine Art Tagebuchsammlung im Grunde und dass wir dann noch erweitern wollten.

00:12:43: Also ich bin auch aktiv, ich bin auch Menschen Aktivistin bei Queer Handicap, wo es also um Menschen, die behindert sind und queer sind, geht, die natürlich auch einen Glauben haben, wenn sie auch manchmal vom Glauben abfallen, tatsächlich in diesem übertragenen Sinne, weil ihnen sehr, sehr viele Barrieren in den Weg gelegt werden, noch mehr als anderen.

00:13:02: Und insofern hat sich das eigentlich primär ergeben.

00:13:05: Aber jetzt würde mich mal interessieren,

00:13:08: wie geht es euch denn jetzt, wo es fast rum ist.

00:13:11: Also wir haben ja noch 3 Stunden, die wir hier zusammen sitzen, aber im Grunde, wie geht es euch?

00:13:20: Ich möcht von allen eine Antwort, also irgendjemand muss anfangen.

00:13:24: Fang ich gerne an, ich fand das bisher und das wird auch so bleiben, da bin ich ganz sicher, eine sehr schöne Tagung und schön,

00:13:32: erstmal so 'ne ästhetische Kategorie, aber es hat alles so wunderbar funktioniert und die Atmosphäre war so wunderbar.

00:13:39: Inhaltlich fand ich es auch sehr gut und bin einfach jetzt so richtig zufrieden.

00:13:45: Ach so, schön, jetzt aber nicht reinkacken und sagen, du bist unzufrieden.

00:13:50: Nö, das mach ich nicht und wenn es so wär, dann würd ich sagen.

00:13:53: Und ich würd nichts dagegen haben.

00:13:55: Nee, ja, ich bin jetzt erstmal auch zu, ich bin auch zufrieden.

00:14:02: ich find auch, dass das sozusagen gestern wie so ein, wie so mehrere Themen entstanden sind, die sich durch dann den ganzen Tag in entlang gehangelt haben und auch abends, als man noch zusammen saß, weiter gegangen sind und heut wieder aufgegriffen wurden.

00:14:17: Also ich fand die Dramaturgie ganz gut, wie das, wie sich das dann auch gestaltet hat und wie sich das dann gezeigt hat.

00:14:25: Ich bin relativ entspannt im Vergleich zu gestern.

00:14:28: Gestern hatte ich eben auch ein paar Funktionen zu erfüllen und

00:14:31: hab aus dem Grund nicht nur 2, sondern 3 Maultaschen gegessen.

00:14:35: Das mir hat es jetzt nur zu einer gereicht, aber auch die war schon sehr lecker.

00:14:39: Aber die hast du dir dann ja auch verdient.

00:14:41: Die hab ich mir verdient, glaub ich auch, und die waren auch sehr gut.

00:14:45: Ja, übrigens, es gab auch ein schwäbischer Kartoffelsalat, ist auch super wichtig, gell?

00:14:50: Ja, mir geht es deutlich besser als gestern, weil wenn man Perfektionist ist und kurz vor der Tagung 2 Workshopleiter und 2 Teamer krankheitsbedingt absagen,

00:15:01: dreieinhalb, denn du bist wieder da, zum Glück heute.

00:15:05: Das das führt, das trägt nicht zum allgemeinen Wohlbefinden bei.

00:15:09: Aber inzwischen freue ich mich, ich hab sehr viel positiven Zuspruch gehört aus der Tagung und ich hab eigentlich, also vielleicht kommt die böse Kritik jetzt auch am Schluss, wer weiß, aber ich bin eigentlich zufrieden und bin jetzt voller Gespanntheit, was denn noch aus dem aus dem Publikum, sag ich mal, aus dem aus dem Kreis der Teilnehmenden kommt.

00:15:28: Und ich hab mir ja

00:15:30: ja, wir hatten es vorhin ja so ein kleines bisschen davon.

00:15:33: Ich hatte mir so als als hetero Minderheit im im im Raum vorher natürlich fest vorgenommen, in keinen Fettnapf zu treten und das ist natürlich prompt passiert, gar nicht am Anfang.

00:15:43: Und da wusste ich sofort, jetzt kann nichts mehr schief gehen, insofern jetzt geht es mir gut.

00:15:48: Geht es der anderen Person auch gut, wenn du in Fettnäpfchen getreten bist?

00:15:50: Das muss man ihn selbst fragen.

00:15:55: So, jetzt bist aber endgültig du dran, das kannst du dich herausreden.

00:15:58: Dann wurde hier die jüngste

00:15:59: Anwesenheit des Jüngste bin.

00:16:02: Ich hab gemerkt, im Vergleich zu letzten Tagungen, wo es ganz schwere Themen gab, da, da ging es viel um um Kirchengeschichte, um ja Dogmen, um Theologie, jetzt auch sehr stark aus der katholischen Richtung, da ging es um Traumatisierungen, um wirklich schwierige Lebenswege, die aus der klerikalen, aus dem klerikalen Hintergrund bedingt waren,

00:16:26: fand ich es jetzt an diesem einen Tag heute anders, leichter.

00:16:29: Ihr korrigiert mich, wenn es, wenn es gestern anders war, das kann ich jetzt einfach nicht wiedergeben.

00:16:34: Was ich ganz spannend finde, ist dass wir heute den den Link geschafft haben von individuellen queeren Lebensgeschichten hin zu zu einer Queersensibilität.

00:16:46: Das war 'n Begriff, der bei der letzten Tagung noch nicht so virulent war.

00:16:50: Und ganz spannend finde ich diese, diese Frage, wie schaffen wir es, ganz unterschiedliche Einrichtungen queersensibler zu gestalten und ich geh einfach davon aus, Queersensibilität ist Menschensensibilität.

00:17:00: Und wenn wir Einrichtungen queersensibler hinbekommen, sind die auch für Menschen anderer Minder und Mehrheiten menschlicher.

00:17:08: Einfach und da zu sehen, wie weit da zum Teil auch die katholische Kirche schon ist im Vergleich zu meiner sehr säkularen Landeseinrichtung,

00:17:18: und das tut mir ab und zu ganz gut, wenn da Vorurteile zusammenstürzen und ich merke, wie viel wir voneinander lernen können.

00:17:26: Ja, ich glaub, das hängt auch ein bisschen zusammen mit der Definition von Queer.

00:17:31: Haben wir uns auch gestern schon drüber unterhalten, dass Queer ja oft auch verstanden wird als eine andere Art von Abkürzung für diese ganz vielen fürchterlichen Buchstaben L.

00:17:40: S.

00:17:40: B.

00:17:40: T.

00:17:41: T.

00:17:41: I.

00:17:42: Q.

00:17:42: und so weiter.

00:17:43: Und wenn man sich anguckt, wie das aus Amerika kommt, auch aus der Queer Theory,

00:17:47: dann sind einfach Menschen gemeint, die Rechte haben, auch wenn sie geschlechtlich, sexuell unterschiedlich sind, wenn sie 'ne Behinderung haben und die sichtbar ist oder nicht sichtbar ist, die, wenn sie Intersektionalität erleben, das heißt mehrere Ausgrenzungs und Diskriminierungserfahrungen sich bündeln.

00:18:06: Und wenn man Queer so versteht, dann ist es tatsächlich, es geht um Menschen und

00:18:11: eine der Organisationen, die schon am längsten mit Menschen, mit und für Menschen da ist, auch seelsorgerisch, ist ja die Kirche und deswegen ist da ein totaler Connect und umso schlimmer ist es dann für die Menschen, mit denen ich so arbeite, wenn sie dann merken, da ist plötzlich eine Kluft da, da ist da bricht was ab und was mache ich denn jetzt?

00:18:31: Jetzt habe ich mal einen tiefen Glauben und bin plötzlich nicht mehr repräsentiert und nicht mehr angenommen.

00:18:37: Ja, O.

00:18:38: K., aber das hört sich doch gut an, hört sich positiv an.

00:18:41: Die Frage ist, wie war es für euch denn, wie habt ihr es denn die 2 Tage jetzt wahrgenommen, den ersten Tag, in dem es ja so 'n bisschen auf die Rückschau auch ging und den zweiten Tag, der so den Blick nach vorne richtet und auch mal überlegt, wie könnt sich denn was verändern und wie könnte denn was anders laufen, zum Beispiel, dass queere Kirchenmusik entsteht, was es bislang nicht gibt in der Form, ne, also

00:19:09: habt ihr was, nehmt ihr Impulse mit zum Beispiel, oder möchtet ihr hier Impulse einbringen?

00:19:14: Ja, ich rätsele immer noch und ich hab jetzt eine Idee, wo ich nachgucken muss, wieso ich überhaupt von dieser Tagung erfahren habe.

00:19:21: Geschichte dazu ist auch immer, ich bin eine regelmäßige Lesbentagungswollgängerin, seitdem ich mein Coming 88 Coming Out 88 hatte.

00:19:29: Ich habe mich sehr wohl gefühlt, es hat mir sehr gut gefallen, unter dieser Vielfältigkeit zu sitzen.

00:19:36: samt denen, die denn auch gesagt haben, wo das so ein bisschen durchklang, ich fühle mich das erste Mal als Minderheit.

00:19:45: Das ist dann manchmal, wenn man einer größeren Minderheit angehört, in der Mehrheitsgesellschaft, manchmal ganz gut zu hören, kann ich nicht anders sagen.

00:19:53: Jetzt hoffe ich, dass ich irgendwie von der nächsten Tagung auch was mitkriege, weil auch so

00:19:59: ganz persönlich, das noch so angenehm war, mit kleinem Gepäck zu reisen.

00:20:02: Für eine Nacht brauch ich nicht viel, für 'ne Lastentagung mit 3 Nächten und einer Party, da brauchst du ein bisschen mehr, weil da komm ich ja nicht in so einem Pullover daher, solche Sachen.

00:20:14: Also das, das war von daher wirklich, wirklich sehr gut, auch von den verschiedenen Gesprächen, auch mit denen, die ich jetzt schon längere Zeit kenne oder eben wieder getroffen habe, weil die hier aufgekreuzt sind.

00:20:25: Das war von daher,

00:20:28: war ich jetzt ziemlich K.

00:20:29: O., aber gerne nach Hause.

00:20:32: Leider habe ich zu Hause keine, mit denen ich weiterreden kann.

00:20:35: Oh, das ist natürlich schade.

00:20:37: Ja, da gibt es übrigens immer mehr Online-Communitys, wo man sich zusammentun kann.

00:20:41: Ich weiß, in unserem Alter, also ich sag jetzt mal unser Alter, ich, ich bin auch schon 60, also ich bin nicht mehr so ganz taufrisch, tatsächlich.

00:20:50: Und wir müssen uns connecten.

00:20:55: sonst wird das nichts und das ist hier ein wunderbares Medium, um sich zu connecten und vielleicht auch später im Austausch bleiben zu können.

00:21:02: Da bieten Zoom und diese ganzen Online Tools oder auch mal Telefon, früher gab es mal Telefone, da hat man einfach nur miteinander geredet, auch mal 'ne Stunde oder 2 und hat sich da total gut gefühlt und obwohl man gar nicht mehr genau wusste, was man eigentlich telefoniert hat, aber man hat es getan.

00:21:19: Ja, also da auch die herzliche Einladung, diese Impulse aufzunehmen und damit weiterzuarbeiten.

00:21:23: Und wenn man niemanden hat, mit dem man reden kann, dann sucht euch Leute, sucht euch Leute, weil das ist eine Kernerfahrung in der Beratung, die ich mache, dass viele immer noch auch heute glauben, ich bin mit dem Thema ganz allein, außer mir hat es niemand.

00:21:44: Zum Beispiel dieses Thema, ich bin queer und ich, ich, ich habe einen festen Glauben.

00:21:49: das passiert nur mir, weil Queer ist ja völlig raus aus dem Glauben und die dann feststellen, wow, das gibt es noch mehr.

00:21:55: Und wenn ich dann in der Beratung sag, ja, wir haben sogar jemanden, 'ne peerberatende Person, die Theologie studiert hat, klar ist das 'n Thema.

00:22:06: Und dann hör ich dann, dann vermittle ich, also 'ne Verweisberatung und dann frag ich dann so nach 23 Wochen nach, wie es war, boah, wir sind 4 Stunden im Café zusammengesessen und haben geredet und es war toll.

00:22:19: weil dann einfach auch viel Bedarf da ist, da drüber zu reden.

00:22:22: Also connectet euch, habt ihr sonst noch Ideen, vielleicht auch Punkte, wo ihr sagt, mhm, beispielsweise unter der Woche, also ich arbeite ganz normal, ich hab, ich arbeite gerade in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung im Funkbereich, also da, wo die Menschen am stärksten beeinträchtigt sind.

00:22:39: Ich komm dann quasi von der Arbeit hierher und müsste jetzt echt Urlaub nehmen, wenn ich jetzt 2 Tage voll dabei hätte sein wollen.

00:22:47: hat es auch, das kann 'ne Frage sein, wär das sowas, was man vielleicht über das Wochenende macht oder was man mit dem Feiertag verbindet, wär das sowas, was euch interessieren würde oder mit dem kirchlichen Kontext, seid ihr vielleicht an Feiertagen oder Wochenenden eher beschäftigt?

00:23:00: Ich weiß es nicht, vielleicht wär das noch 'n Aspekt, über den man nachdenken kann.

00:23:05: Ja, ich möcht mich einfach nur noch mal bedanken, auch für die Gelegenheit, dass wir hier auf dieser Tagung unser Projekt vorstellen durften und ich hatte ja deutlich auch gemacht, wir brauchen da mehr

00:23:15: Mitarbeitende.

00:23:16: Das wäre sehr schön, wenn sich da jemand, es wäre sehr schön, wenn sich da noch jemand oder so besser.

00:23:23: Ja, es wäre sehr schön, wenn sich da Leute dafür begeistern könnten, mitzuarbeiten.

00:23:31: Warum guckst du jetzt mich an?

00:23:34: Steck im Radio.

00:23:36: Ja, auf jeden Fall.

00:23:37: Also, ich nehm das, ich nehm das mit.

00:23:39: Ja, und ja, und ich bin gespannt,

00:23:44: wie es weitergeht, ob unser Team weiterhin so klein bleibt, Karl-Heinz, oder ob es größer wird.

00:23:51: Nochmals, denk drüber nach.

00:23:53: Vielleicht, vielleicht da ein kurzer Input.

00:23:55: Also, ich hab mich mit dem Thema Archiv und mit dem Thema Aufarbeit, wissenschaftliche Aufarbeitung von von solchen Themen, damit hab ich natürlich über Studium so ein bisschen zu tun gehabt, aber jetzt nicht so sehr.

00:24:07: Und ich bin da mit reingegangen.

00:24:08: Ich war erst in der anderen Gruppe, die im an dem Westflügel war,

00:24:12: wo es um Narrative ging, wo Menschen erzählen konnten, eigene Geschichten, da bin ich dann gleich am Anfang wieder raus, weil ich wusste, ich kann nicht die ganze Zeit dabei bleiben und ich hätte es nicht sehr wertschätzend gefunden, mir solche wirklich dann offenen, ehrlichen Geschichten anzuhören, dann einfach zu verschwinden.

00:24:27: Deswegen bin ich dann gleich wieder raus und bin dann bei euch gelandet, sind wir da gesessen, da hinten und haben uns eben genau mit diesem Tagungsprotokoll beschäftigt von 1960 hier in Bad Boll und ich fand es total spannend,

00:24:41: Weil da saßen unheimlich viele Menschen, also nicht unheimlich viele Menschen, wie wir saßen, waren wenige, aber es war unheimlich viel Wissen da und das hat sich dann so verbunden und da hat jeder sich so eingebracht und man hat ganz viele Spuren gefunden, die es jetzt wert wären, dass man sie verfolgt, um mal zu sehen, Mensch, auch 1960 gab es schon ziemlich fortschrittliche Vorstellungen und gleichzeitig aber auch andere.

00:25:04: Also, eine Kriminalpolizei hat sich überlegt, wie geht ich mit den Homosexuellen um.

00:25:08: und einer aus der Kriminalpolizei sagt dann in 1960, aber so wie wir es bis jetzt machen, mit Wegschließen und so, fühlt sich eigentlich auch nicht richtig an.

00:25:18: Wo wir heute das Bild haben, 1960 war die Vollkatastrophe für Menschen, die schwul sind.

00:25:23: Ja, und das fand ich total spannend und deswegen fand ich den Impuls total wichtig und bin gespannt, was da passiert.

00:25:30: Solche Geschichtswerkstätten haben wir übrigens auch in unserem Netzwerk, im Queer Netzwerk Baden-Württemberg, da gibt es auch 'ne Geschichtswerkstatt.

00:25:38: die viel mit dem Hotel Silber zusammenarbeitet, wo auch die Ianka Kluge zum Beispiel drin ist und recherchiert, jetzt zum Beispiel gerade zu dem Thema Wehrmacht und schwul.

00:25:47: Ja, super spannend und ich find es wichtig, immer auch zu gucken, wo kommen wir her und wo sehe ich vielleicht auch Entwicklungen wieder, die ich schon mal hatte und wie kann man vielleicht heute anders damit umgehen, wie man es früher getan hat, auch als Gesellschaft.

00:26:03: jetzt wolltest du was sagen.

00:26:04: Genau, ich würde es gern noch ergänzen, es können ja sicher nicht alle bei dem Archivprojekt des Baden-Württembergischen Kirchenarchivs mitmachen.

00:26:11: Ihr, ihr ergänzt oder ihr unterbrecht mich bitte, wenn es gestern schon gesagt wurde, aber ich find es ganz arg wichtig, dass wir unsere Geschichte bewahren, nicht nur jetzt die queere Kirchengeschichte, sondern auch kleine Initiativen, die es vor Ort gibt.

00:26:26: weil wenn wir die nicht bewahren, bewahrt die niemand auf und dann fängt die Generation oder die Generationen nach uns wieder von vorne an.

00:26:32: Ich mag das zum Beispiel, ich bin ehrenamtlich aktiv in einem kleinen Frauen und Lesbenarchiv und dann kriegen wir zum Beispiel mit, es gab in Tübingen in den 1900 80er Jahren 'n Sport und Bewegungsverein für Frauen und Lesben.

00:26:43: Es gab in den 90er Jahren 'n sehr aktiven Lesbenchor.

00:26:46: Wenn die nicht uns ihre Überlassungen bringen würden, wär das weg.

00:26:50: und niemand würde später wissen, es gab mal sowas und es auch mit anderen Politikfeldern ist es so.

00:26:55: Von daher, es ist als Archivarin, da werden mir die Stuttgarter Kollegen zustimmen, man freut sich nicht immer, wenn die vielen Kisten vor der Tür stehen, aber wir brauchen das Ganze, weil wenn wir unsere Geschichte nicht aufbewahren, nicht schreiben, andere tun es nicht.

00:27:10: Und das war für mich so ein auch ein wichtiges Learning heute, gestern in unserer Community passiert unfassbar viel jetzt

00:27:19: Und das, was vor 10 Jahren passiert ist, darauf hat man nicht mehr so viel Zugriff und das vor 20 Jahren auch nicht mehr.

00:27:26: Jetzt denkt aber heute von unseren Aktivistinnen, denkt heute niemand dran, das was heute gerade jetzt auf Insta, wo auch immer, rausgehauen wird, irgendwie aufzuheben, weil wir sind ja im Hier und Jetzt.

00:27:38: Ja, dass das aber diese Dimension auch hat und dass dass Menschen einfach zum Beispiel dann etwas von 1960 ausgraben, was schon super lange her ist.

00:27:49: ja, 5 Jahre später bin ich geboren und wo ich sagen kann, wow, Gott sei Dank gab es, gibt es das jetzt und wir müssen aber jetzt anfangen, die Dinge, die jetzt passieren, auch zu archivieren, damit es den Menschen, wie du sagst, in 2030 Jahren dann möglich ist, das nachzuvollziehen.

00:28:07: Ja, und da haben wir viele Themen, gerade Queer und Kirche.

00:28:12: Habt ihr noch Impulse?

00:28:14: Also zum einen auf die vorhin kurz

00:28:17: Durchschnitt eine Frage, ob es günstiger wäre, wenn die Tagung an einem Freitag oder Samstag zum Beispiel gewesen wäre.

00:28:24: Ich könnt mir schon vorstellen, es sind ein paar Menschen, die jetzt nicht in ihrer professionellen Rolle hier sein konnten oder sich oder jenseits der Arbeitsbiografie sind, wie ich oder sich Urlaub nehmen,

00:28:37: konnten, dass die das dann 'ne Teilnahme auch noch mal möglich gemacht hätte.

00:28:42: Ja, das find ich schon 'ne Überlegung wert.

00:28:44: Wollte aber eigentlich was anderes noch sagen zum Tagungsprogramm, gar nicht jetzt nach vorne, sondern zum jetzt schon Geschehenen.

00:28:51: Ich fand das Impulsreferat von Kerstin Söderblom in unserer Startphase hat wirklich den Ton gesetzt in einer bemerkenswerten, schönen, guten Weise,

00:29:05: klar persönlich verankert, also sehr deutlich persönlich und gleichzeitig schnörkellos, so die Fragen, warum in der Tat queere Lebensgeschichten Teil allgemeiner Geschichtsschreibung sind und sein müssen.

00:29:22: Und das fand ich einen sehr anregenden Impuls.

00:29:26: Sie ist jetzt, glaub ich, nicht mehr da, von daher möge es in ihren Ohren klingen, aber das wollt ich einfach noch mal erwähnt haben.

00:29:34: Sie ist noch nicht Lange-Weg, wahrscheinlich klingt es noch in den Ohren.

00:29:38: Wenn ihr jetzt spontan nicht sagt, boah, ich muss, mich reißt es auch noch vom Stuhl, dann würde ich so drüber nachdenken wollen, wie könnte denn so konkret eine dritte Veranstaltung ablaufen?

00:29:50: Guck und schon geht es los.

00:29:53: Erstmal, ich wär nicht queer, wenn ich nicht irgendwie auch mal unbequem wäre oder mich unbequem machen muss.

00:30:00: Ich

00:30:00: Für mich war es eine interessante Perspektive auf Geschichte, alles interessant.

00:30:03: Ich merk nur so, wenn ich mich frag, hm, wie geht es jetzt mit dem Archivieren und wo setz ich da an?

00:30:09: Ich hab eigentlich gar nicht die Zeit, weil die aktuellen Themen mich einfach so sehr beschäftigen.

00:30:15: Wir, ne, aktuell leben wir in der Zeit, wo genau, wo Queerness stark bedroht wird, gerade wenn wir auf Religion gucken und Politik und wie das in den U.

00:30:27: S.

00:30:28: A.

00:30:28: gerade alles so passiert,

00:30:30: dass Tausende von Transmenschen sich im Land bewegen müssen, das Land verlassen müssen, Restriktionen, die wir auch hier in Deutschland merken, momentan genau, also ganz viele Programme, von denen ja unsere ganze Arbeit auch abhängt, gekürzt werden, dann genau, wird es allerhöchste Eisenbahn, dass Kirche nicht nur im Blick auf Schuldgeschichte guckt, wenn sie es denn tut, sondern

00:30:59: in so eine aktive Reue.

00:31:00: Jetzt gibt es, glaube ich, so ein Konzept, aktive Reue, also in Verantwortung zu gehen.

00:31:04: Und da hätte ich ganz viele, ja, tote Winkel, die man vielleicht auch im Rahmen von so einer Tagung mal beleuchten könnte, wo Kirche jetzt aktuell eigentlich verpasst, sich einzumischen, sich zu solidarisieren und diese Chance zu nutzen, glaubwürdig sich auf die Seite von marginalisierten Menschen und nicht nur Queere zu stellen.

00:31:27: Also, ich bin ja schon schon schon früh sozialisiert worden, was Fernsehen angeht.

00:31:32: Mir fällt da sofort der Bruder Tuck ein, Robin Hood, Bruder Tuck, der der quasi seine Kirche aufgemacht hat, wo die Leute dann rein konnten, hat er die zugemacht und hat die beschützt.

00:31:42: Und er hat sie sehr tatkräftig beschützt, ne?

00:31:44: Vielleicht nicht jedermanns und jedermann jeder Frau Sache, aber das ist für mich so das Bild, wo wo Kirche einfach 'n Schutzraum ist und diese Menschen beschützt.

00:31:53: Und das bezieht sich eben einfach nicht nur auf den Kirchenraum,

00:31:57: sozusagen auf ein Kirchenschiff, sondern es bezieht sich eben auf genau das, was jetzt in unserer Gesellschaft passiert.

00:32:03: Es gibt im Moment 'ne Streichungsliste, die von vom, vom, vom Städtetag, vom Landtag, von den Landtagen und von der Bundesregierung gemacht worden ist, mit über 180 Streichungen im Behindertenhilfe und Jugendhilfebereich, wo, wo extrem krass gespart werden soll,

00:32:21: wo ja sowieso schon extrem gespart wird und genau in den Bereichen, wo die Leute vermeintlich sich nicht wehren können.

00:32:27: Und das hat der Paritätische jetzt durchgestochen, damit es bekannt wird.

00:32:33: Da stellt sich mir die Frage, sind da nicht schon viele kirchliche Organisationen oder kirchliche Träger beteiligt gewesen und hätten da auch schon durchstechen können?

00:32:43: Warum haben die das nicht gemacht?

00:32:45: wo ist der Aufruhr, wo ist der, wo ist die Wut, die da jetzt kommt, jetzt auch was C.

00:32:48: V.

00:32:48: O.

00:32:49: M.

00:32:49: zum Beispiel betrifft und so, was, was ist mit den ganzen kirchlichen Trägern, Diakonie, Diakonie Stätten zum Beispiel, wo unheimlich viele Menschen mit Behinderung betreut werden und begleitet werden, die betrifft es alle ganz konkret.

00:33:06: Meine Arbeit mit Menschen mit Behinderung ist stark gefährdet durch diese Kürzungen, weil diese Menschen zum Beispiel ihr persönliches Budget nicht mehr kriegen oder weil diese Menschen

00:33:14: einfach mit viel weniger Personalschlüssel versorgt werden sollen.

00:33:17: Wo ist da der Aufschrei?

00:33:18: Und da reden wir noch gar nicht über Queer, da reden wir einfach nur über Menschen.

00:33:22: Und wenn es dann noch queer wird, dann wird es richtig lustig.

00:33:24: Und das wünsche ich mir genau, dass da mehr passiert.

00:33:28: Ich würd gern noch mal nachfragen, ich finde es total spannend, tote Winkel identifizieren, aber wir müssen ja, also die Frage ist, wenn es 'ne Tagung wird, dann wird es ja keine interne Arbeitsgruppe, 'ne interne Aufarbeitung innerhalb der beiden Kirchen, sondern

00:33:41: öffentlich in einer gewissen Weise.

00:33:43: Also wer sollte, wer müsste kommen, um diese toten Winkel identifizieren zu können?

00:33:49: Also ich würd jetzt gar nicht mal so, also ich fänd es mal interessant, nicht nur kirchliche Akteurinnen in den Felden zu so einer Tagung einzuladen, sondern es gibt also gerade in Baden-Württemberg ja auch also Fachstellen, die sich mit den Themen Antifeminismus, Queerfeindlichkeit beispielsweise beschäftigen und die mal in den Dialog zu bringen mit genau,

00:34:11: wen denn in Kirche?

00:34:11: Also, wo sind denn die die Antidiskriminierungsstellen in Kirche beispielsweise, so als toter Winkel?

00:34:17: Ne, vielleicht lädt man da mal Leute so aus diesen ganzen Compliance-Systemen ein oder Ombudsstellen.

00:34:24: Das fände ich mal irgendwie spannend, damit sich die Kirche auch in der in ihren Strukturen mal so aufstellt.

00:34:31: Genau, dass mehr Schutz möglich ist, aber auch mehr politische Einmischung.

00:34:35: Und ich würde ganz gerne noch

00:34:39: die Frage in den Raum werfen, ob es denn so sein soll, dass auf so einer Tagung diese toten Winkel, diese unsichtbaren Winkel gefunden werden sollen, oder ob es nicht vielleicht 'ne Idee ist zu sagen, von vielen toten Winkeln wissen wir schon, dass man einfach in die Tagung schon rein startet und sagt, wir beleuchten bestimmte tote Winkel, in denen bislang da einfach nichts gesehen, nichts gemacht wird, nicht aktiv gearbeitet wird und wo Schutz notwendig ist, ob das jetzt auf der säkularen Ebene ist oder auf der kirchlichen Ebene ist.

00:35:08: Ich hab da 'ne Rückfrage, auch gerade an den Kollegen, der gerade hier auf dem heißen Stuhl saß.

00:35:13: Heißt es, dein Wunsch geht dahingehend, dass wir Akteurinnen jetzt gerade aus dem Bereich Antifeminismus, Queerfeindlichkeit in Kontakt zu kirchlichen Akteurinnen bringen oder einfach, dass diese Menschen aus aktivistischen Szene stärker eingebunden werden, um dann schlagkräftig Forderungen zu stellen?

00:35:35: Hab ich jetzt viele Fantasien dazu.

00:35:37: Also mir wär erstmal wichtig, dass Kirche lernt von anderen, die die in diesen Feldern schon arbeiten, um Bewusstsein dafür zu bekommen, wo sie also wo Handlungsräume auch sind.

00:35:54: Also sowohl nach innen auf eigene Strukturen zu schauen, wie müssten die sein, damit

00:36:03: genau, damit Menschen wirklich geschützt sind und ja, und gleichzeitig, ja, das wäre natürlich der allergrößte Wunsch, mehr politische Einmischung.

00:36:17: Aktuell ist es eher so, dass Kirche unbewusst, glaube ich, aber sich politisch eher queerfeindlich positioniert.

00:36:29: Nur als Beispiel, aktueller Fall,

00:36:31: Meldeverordnung in Baden-Württemberg.

00:36:35: Da haben sich die Kirchen dazu positioniert, weil sie aus ihrer eigenen Systemlogik natürlich an die Taufbücher denken und daran denken, dass sie ja natürlich bestimmte Daten brauchen dafür, also auch Geschlechtseinträge, und aber nicht auf dem Schirm haben, dass das dann auf der anderen Seite wieder Menschen ja schädigt.

00:36:55: Und dafür gibt es aber gar kein Bewusstsein.

00:36:57: und ich glaube, Tagungen sind, können vielleicht solche toten Winkel irgendwie in einer konstruktiven Weise vielleicht irgendwie mal aufzeigen.

00:37:05: Ich würde genau da ansetzen wollen, noch mal zur Erläuterung Melde Meldegesetz.

00:37:11: Also es gibt in Baden-Württemberg eine Meldeverordnung

00:37:14: Und die ist für uns alle deswegen wichtig, weil da ebenso unsere persönlichen Daten verwaltet werden und dann zum Beispiel bei einer Polizeikontrolle, was Ähnliches, können die dann abgerufen werden.

00:37:24: Und auf Bundesebene hatte man noch in der alten Regierung, in der alten Koalition versucht, das Meldegesetz zu verändern und damit auch die Meldeverordnungen nachfolgend, dass zum Beispiel das Thema Transgender.

00:37:36: wird, auftaucht, dass also bei einer ganz normalen Abfrage, quasi Vorratsdatenhaltung, schon zu erkennen ist, die Helga, die ist früher mal ein Mann gewesen, obwohl das überhaupt gar keine Relevanz hat für den Fall, in dem das passiert, zum Beispiel 'ne Verkehrskontrolle oder sonst irgendwas.

00:37:50: Auf Bundesebene hat es nicht funktioniert.

00:37:53: Bayern und Baden-Württemberg haben auf dem Weg der Meldeverordnung das Thema jetzt angegangen und sollen ab November aktiv werden.

00:38:01: Und da wurden, da haben wir uns, haben wir eine Anfrage gemacht, also

00:38:05: da hat ein einer ein Politiker von der Grünen 'ne Anfrage gemacht und hat gesagt, wie ist denn das überhaupt passiert, weil wir alle haben nichts mitgekriegt, die Parteien haben nichts mitbekommen, die queeren Organisationen in Baden-Württemberg haben nichts mitbekommen und dann kam raus, das wurde auf dem kleinen Verwaltungsweg sozusagen gemacht und es wurden die Träger öffentlicher Belange befragt, zu denen gehörten die kirchlichen Einrichtungen, nicht die queeren Organisationen, die kirchlichen Einrichtungen.

00:38:35: Und da hätte ich mir jetzt gewünscht, dass schon die sagen, ey Moment mal, das ist ja, da müssen wir vielleicht zumindest mal im Queerpastoral nachfragen oder da müssen wir mal irgendwo nachhaken, was denn, was denn das denn eigentlich für die Queer Community bedeuten würde und wo wir als Kirche uns da stark machen müssen und die haben es einfach durchgewunken.

00:38:52: Und das ist so ein schönes Beispiel dafür, wo ich denk, hey, da braucht es einfach noch mehr Sensibilität, da braucht es noch mehr, mehr auch diese Power der Kirche.

00:39:03: Es ist ja eine unfassbar

00:39:05: starke Struktur, aber sie setzt sich eben nicht für die Schwachen und Armen ein, in dem Fall und das müsste einfach viel häufiger passieren.

00:39:14: Und queere Menschen sind häufig von Armut betroffen, sind häufig von Wohnungslosigkeit betroffen, weil sie zu Hause rausfliegen, gerade auch junge Menschen et cetera, et cetera.

00:39:23: Und da reden wir noch gar nicht über den Bereich Behinderung und das ist für mich auch tatsächlich so in den U.

00:39:28: S.

00:39:29: A., wow, so hi.

00:39:30: Hallo, mein Name ist Jürgen.

00:39:31: Ich war sehr angetan von dem Vortrag zu Archivalienarbeit, hab ich nur ganz, ganz wenig bisher so in diesem ganzen Kontext bekommen.

00:39:40: Die Hauptreaktion, die aus dem Plenum kam, die auch bei mir sofort aktiviert war, war dieses Stichwort sexueller Missbrauch in diesem in diesem ganzen Themenfeld.

00:39:50: Und wenn ich mir jetzt mal erlaube, einen toto toten Winkel auch in den Blick zu nehmen oder zu benennen,

00:39:57: dann ist das kirchlicher Umgang mit Beschuldigten.

00:40:01: Ich bin im Kontext unseres Bistums in bisher noch in so einer Gruppe gewesen, wo ich das auch immer wieder zum Thema gemacht habe, auch auf dem Hintergrund, dass ich eben in meinem eigenen Kontext den ein oder anderen Pfarrer auch in meinem Team hatte beziehungsweise in

00:40:20: Beratungsgesprächen gehabt hab, die schon erlebt haben, dass es da wirklich einen mehr als menschenverachtenden Umgang teilweise gibt.

00:40:31: Das Pendel ist total in die andere Richtung geschlagen.

00:40:33: Ob es, ob man sich diesem Thema stellen will, ist natürlich 'ne ganz große Frage.

00:40:39: Mhm, aber auch 'n ganz wichtiger Punkt und wir haben jetzt Leiter, Clemens Kettloth ist nicht da gewesen, er hätte das Thema Konversions

00:40:49: Therapien und die Erfahrung damit gegeben und es ist etwas, was wir in der Beratung ja auch erleben, dass solche Konversionsversuche stattfinden und zum Teil finden die auch sehr brutal statt.

00:41:01: Ich weiß zum Beispiel von einer Betroffenen, die lesbisch liebend ist und die dann von einem Vertreter der Kirche, entschuldigt, wenn ich das jetzt mal so krass formuliere, das hat so kleine Triggerwarnung, eingeritten werden sollte als Form einer Konversionstherapie.

00:41:19: ja, und mir das, das ist so, so dieses Narrativ, die Frau, die noch, die 'ne Frau liebt, die hat noch nie kapiert, wie toll 'n Mann liebt, ja, solche Sachen.

00:41:28: Und das passiert heute noch, das nennt man dann vielleicht nicht Konversionstherapie, aber das ist das, was dahinter steckt.

00:41:34: Und auch das sind Dinge, die noch passieren und wo man sich heute fragen muss, ey, da, da müssen wir einfach, da muss die Kirche selbstkritischer sein und sich auf das beziehen, worum es eigentlich geht, Seelsorge.

00:41:45: Möchtest du auch einfach nach vorne kommen, mutig sein.

00:41:48: Ja, für mich war die Tagung natürlich sehr bereichernd.

00:41:54: Ich glaub aber, dass wir verschiedene Zielgruppen halt nicht erreichen und die zu erreichen wär besonders nötig.

00:42:04: Wir erreichen oder die Tagung, die Veranstaltenden erreichen halt nicht zweifelnde Eltern.

00:42:14: Da haben wir heute Morgen 'n Beispiel gehabt.

00:42:17: Und die erreichen halt auch nicht zum Beispiel die Entscheidungsträgerinnen im Erzbistum Freiburg oder in den evangelischen Landeskirchen, die genau das gemacht haben, nämlich nicht mit euch, mit der Queerpastoral Freiburg, darüber gesprochen haben.

00:42:36: Oder gestern Abend sprachen wir am Rande über schwierige Priester, katholische Priester

00:42:43: unterschiedlichen Lebensalters, ne, bei jungen Priestern, wie wir wissen, ist es auch sauschwer und die kommen natürlich nicht freiwillig.

00:42:52: Ist jetzt 'n Auftrag, vielleicht an euch, an eure Fantasie, die kommen auch nicht freiwillig in in eure Akademien, so aber nicht zu solchen Themen, da sind sie jetzt abstinent, ja, und das beschäftigt mich ungemein.

00:43:08: Ich weiß nicht, wie man das lösen könnte,

00:43:11: Aber ich will es mal ansprechen und allen auch mitgeben, dass wir die nicht vergessen.

00:43:18: Ne, Queer Pastoral ist ja auch 'n netzwerkendes System.

00:43:23: Michael hat gesagt, in den Dekanatskonferenzen wird man die zumindest sehen.

00:43:30: Also 'ne Fantasie zu entwickeln, wie man sich auf solchen schwierigeren Gesprächspartnerinnen annähern könnte.

00:43:39: und dann langfristig segensreich wirken könnte.

00:43:43: Da hab ich 'n Beispiel, ich komm aus, ich bin seit 10 Jahren Erste Hilfe Trainerin bei den Johannitern, Thomas und ich kennen uns auch daher und ich bin ja offensichtlich queer, auch in meinen Kursen bin ich das.

00:43:55: Jetzt geht es in dem Erste Hilfe Kurs Eintag um völlig andere Themen, aber trotzdem bin ich eine queere Person und dadurch ist das Thema auch mit im Raum

00:44:04: Und mal ist es so, dass die Menschen mich dazu fragen, dass sie in der Pause mir Löcher in den Bauch fragen und mal ist es so, dass es überhaupt gar nicht zum Thema wird.

00:44:11: Es ist aber im Raum und so kann ich mir auch vorstellen, dass man genau das auch tun könnte, dass man eben nicht sagt, wir machen was zum Thema Queerness, sondern dass man sagt, wir haben ein besonderes Thema, aber wir haben jemand Queeren, der es dann vermittelt und damit ist das Thema im Raum und damit kann die Diskussion beginnen.

00:44:28: Das haben wir versucht mit der Polizei, mit der Bereitschaftspolizei Göppingen zu machen,

00:44:33: als hat nicht funktioniert, weil die gesagt haben, nee, aber die Polizei ist ein wichtiger Faktor für beides, ja, auf die Diskriminierung, also ähnliche Strukturen, vielleicht, weiß ich nicht.

00:44:45: Thomas, ich würde gerne ergänzen, also das ist ja im Prinzip auch so ein bisschen der Ansatz unserer Tagungen generell, auch wenn ich Tagungen im Bereich Behinderung mache, wie

00:44:54: dass wir hier keine separate Veranstaltung sind, sondern dass wir uns mischen.

00:44:58: Das heißt, Teil und das ist in in Hohenheim mit Sicherheit genau das dasselbe.

00:45:02: Es geht da, das eine sind die Inhalte der Tagungen, das andere sind die Zeiträume, die Orte, wo man zusammenkommt und zwar die die Leute der Tagungen selbst, aber gleichzeitig auch die der anderen Tagungen.

00:45:13: Ich

00:45:14: Ich hab so 'n Bild gerade vor Augen.

00:45:16: Vor ein, 2 Jahren gab es 'ne große Werkstatträtetagung, die ich organisiert hatte und es gab noch andere Gruppen und die kamen aus ihrer aus ihrem Seminarraum aus.

00:45:28: Irgendwie sahen sie alle gleich aus, alles Männer, blaue Hosen, weißes Shirt und Weizenglas in der Hand und alle so 'n bisschen grummelig.

00:45:37: Und am Ende des Tages tanzten sie bei der Party gemeinsam, Arm in Arm, mit den Menschen mit Behinderung.

00:45:44: Und das ist so 'n Erlebnis, dass ich nie vergessen werde und dass mich auch beflügelt für die weiteren Dinge.

00:45:48: Das heißt, es gibt so dieses Thema in der Tagung und es gibt das Thema um die Tagung herum.

00:45:54: Und also, das können wir auf jeden Fall schaffen, aber wir sind trotzdem natürlich noch nicht am Ziel, weil es fehlen viele, die den Weg nicht hierher.

00:46:03: finden, die vielleicht auch gar nicht der Aufruf erreicht, hierher zu kommen.

00:46:08: Da müssen wir an uns arbeiten und das ist uns dieses Mal auch nur in Teilen gelungen, sag ich ganz offen, weil sie und ihr habt es mitbekommen, andere wieder nicht.

00:46:18: Da tut mir jede einzelne Person leid, die gar nicht die Möglichkeit hatte, auch hierher zu kommen.

00:46:23: Aber wir, wir haben auch Grenzen.

00:46:25: Manche davon haben mit der Datenschutzgrundverordnung zu tun.

00:46:29: Vielleicht dafür da abschließend, ich bin auch in Schulen unterwegs und das Erste, was ich den Lehrkräften und dort auch immer versuche mitzugeben, ist Leute, vielleicht seid ihr selbst nicht queer, aber vielleicht könnt ihr euch mit diesem Thema anfreunden und dann wäre es ja cool, wenn ihr dann einfach mal 'n Regenbogensticker dran habt oder so, damit wenn ihr für das Thema offen seid, damit Kinder und Jugendliche in der Schule sehen können, ah, das ist im potenziellen Alley und da, den kann ich mal ansprechen und da kann ich vielleicht mal mein Thema loswerden.

00:47:00: weil solange es völlig unsichtbar ist oder nur in ganz expliziten Kontexten stattfindet, ist es halt nicht in der Lebenswirklichkeit der Menschen drin und da muss es hin, auch gerade in diesem kirchlichen Kontext.

00:47:13: Was machst du denn jetzt, jeder.

00:47:14: Ja, gerne, irgendwie vom Stichwort queersensible Pastoral und wie erreichen wir Menschen, wie erreichen wir vielleicht auch

00:47:21: Menschen in der Kirche, die sich hier nicht zur Tagung anmelden würden, egal wie gut wir ausschreiben und oder wie wir das Thema auch setzen.

00:47:29: Stückweit probieren wir das jetzt in Ausbildungszusammenhängen, ja, das Thema einfach dort auch einzubringen, 'nen Nachmittag zu gestalten, 2 Stunden zu gestalten.

00:47:40: Wir hatten 'ne Veranstaltung mit der katholischen Erwachsenenbildung für Eltern, ja, unter dem Stichwort, jedes Kind ist anders.

00:47:49: das war eine Veranstaltungsreihe via Feminine Leaf, wo es einfach über ganz viele Erziehungsfragen und ach ja, um die ganzen Fragen einfach ging und da war ein ganz selbstverständlicher Teil mit auch drin und dann bin ich noch da für das Awareness Team, dass es nicht ganz untergeht.

00:48:04: Jetzt, das war, das war der Punkt, wo ich dachte, jetzt hol ich dich doch noch dazu.

00:48:09: Ich habe eine Tagung erlebt, ich denk, ich darf vielleicht auch wir sagen, wo sehr ein respektvolles Miteinander war, wo

00:48:16: wo wir eben diesen Safer Space miteinander eingeübt haben, in aller Fehlertoleranz auch und von dem her gibt es nicht viel zu berichten.

00:48:26: Ich hab jetzt einfach oder wir haben noch mal in die Box geschaut von eurem, von ihrem Feedback, Rückmeldungen.

00:48:33: Ja, und da wird es halt dann wieder ganz konkret mit der Quersensibilität.

00:48:37: Da kommt natürlich noch mal die Anfrage, wie die Toiletten gestaltet sind.

00:48:41: Ja, warum steht drauf, wer, wer darf rein und nicht,

00:48:46: was ist drin?

00:48:47: Ja, also das ist noch mal so die Frage, um es jetzt mal in meinen Worten zu sagen, ja und dabei weiß ich es von meinem eigenen Haus, da wo ich arbeite, ja wie schwierig es sein kann umzusetzen.

00:48:58: Also wenn es dann konkret wird, wird es dann wieder ganz schwierig auch irgendwo und dann war auch noch mal die Frage, was wir ja jetzt in den Workshops ein noch einmal miteinander eingeübt haben, nach dem Pronomen,

00:49:11: warum sie nicht auf dem Namensschild sind, warum sie nicht bei der Anmeldung abgefragt wurden beziehungsweise eine Angabemöglichkeit war.

00:49:19: Das war also noch mal 2 Perspektiven, jetzt auch aus dem Awarenessgedanken, ich glaub, die ist noch mal ganz wichtig.

00:49:25: Die vor allem beide ein hohes Potenzial von Diskriminierung und Schmerz und Verletzung mit sich bringen.

00:49:30: Genau, genau und dass man da und bei den nächsten Tagen wirklich auch noch mal, ja, noch mal richtig hingucken müsste und uns vielleicht dann auch, ja,

00:49:38: nicht mit einem Kompromiss zufrieden gebe, sondern so nein, bis es irgendwie Wirklichkeit auch wird, queer sensibel zu werden.

00:49:47: Und das andere war nochmal ein thematischer Hinweis, Thema queeres Leben in der Alltagswelt, Arbeitswelt, welche Erfahrungen, Ziele gibt es im medizinisch-pflegerischen Bereich, wenn man auch daran denkt, dass ja die Kirche Trägerin in vielen Einrichtungen ist, Pflege,

00:50:05: ja, wissen wir ja alle, also das war noch mal so ein inhaltlicher Impuls.

00:50:09: Den ich natürlich sehr wichtig finde, weil wir in der Pflege super nah an dem Menschen sind und ob das jetzt in Wohnheimen ist, ob das jetzt im Krankenhaus ist, wo auch immer, wir sind auf einem sehr intimen Level mit Menschen unterwegs und wenn da die Grundhaltung nicht eine menschenfreundliche, offene ist, sondern eine

00:50:35: die vielleicht auch einfach verengend ist in in in moralischen Aspekten, dann ist es super schwierig und es ist für die Menschen, die sind dann dort gerade auch hilflos ausgeliefert.

00:50:46: Ja, ich hab 'ne, 'ne, 'ne, 'ne Frau in der Beratung, Transfrauen der Beratung, die wollte hier in Göppingen zu einem Gynäkologen gehen, zur Nachversorgung, Nachversorgung nach der O.

00:50:59: P., der wurde überall weggeschickt.

00:51:01: Ja,

00:51:02: und als sie dann doch irgendwo war, dann kamen dann plötzlich ganz viele Menschen rein und haben sich das angeguckt, weil sie sowas noch nie sehen konnten und das dann als Lehr Lehrmöglichkeit nutzen wollten.

00:51:15: Und sie wusste, spricht nicht gut Deutsch, sie wusste gar nicht, was ihr passiert.

00:51:20: So, so Sachen passieren tatsächlich und da sind wir ganz nah bei den Menschen und da ist es so wichtig, da war da sensibler zu werden,

00:51:30: Reiz, nicht nur über queere Pflege zu sprechen, sondern das auch da ins Curriculum mit reinzunehmen.

00:51:35: Da bin ich auch in der Ausbildung von Pflegekräften mit drin, weil das einfach so wichtig ist.

00:51:40: Ja, da geht es ja auch wieder bei Basics los.

00:51:42: Ich war am Dienstag via politischer Fachtag, war dort immer im Workshop und ja, wie fragen wir Biografie, ja, und wie sensibel gehen wir dann da damit um?

00:51:52: Also ja, da war auch schon ganz viel über ganz Konkretion, wär vielleicht auch noch mal spannend.

00:51:57: Kommt, kommt, kommt, kommt Ihr Mann auch vorbei,

00:52:01: bringt ihr Mann ihnen was zum Wechsel mit und es ist 'ne lesbisch liebende Frau und da kommt halt nicht der Mann zum Beispiel.

00:52:08: Ja, und dann immer die Frage, die bange Frage in einer auch hilflosen Situation, wie sag ich es denn jetzt, soll ich es denn sagen, trau ich mich.

00:52:16: Und was ich vielleicht abschließend noch wichtig finde, da steckt ganz oft dahinter dieses Wissen in den Menschen, O.

00:52:25: K., queer und Kirche passt nicht zusammen

00:52:27: und ich wünsche mir so sehr, dass es genau umgekehrt ist, dass einfach gesagt wird, die die Friedensflagge ist so 'ne Regenbogenflagge et cetera, et cetera.

00:52:38: Also es gibt so viele Symbole, die für den Frieden stehen, die mit der Kirche verbunden sind.

00:52:43: Warum muss es in dem Fall anders sein?

00:52:46: Ja, die Leute sollten, wenn sie in den kirchlichen Kontext gehen, ja klar, wenn dann da, da find ich mich wieder, da hab ich 'ne Chance.

00:52:54: So muss es als

00:52:56: Ich überleg die ganze Zeit, ich, ich wurde von Thomas gebeten, ob ich das Thema Kreuzzüge noch irgendwie reinbringen kann und und und ich dachte, es ist ein perfektes Thema, weil eigentlich ziehen wir jetzt auch in den Kreuzzug.

00:53:11: Wir gehen halt jetzt nicht in irgendwelche fremden Länder, sondern wir gehen in uns in uns selbst und überlegen uns, wo stecken in uns denn diese, diese auch Ressentiments und diese Dinge.

00:53:20: Denn

00:53:22: Die Kirche war auf den Kreuzungen durchaus auch wehrhaft unterwegs.

00:53:26: Ja, aber das jetzt umzumünzen in Gedanken und zu sagen, wir wollen heute in unserer Kirche etwas bewegen, damit wir dann eine Kirche für die Menschen sind, für alle Menschen sind, egal welche Hautfarbe, egal welches Geschlecht, egal welche sexuelle Orientierung oder ob sie überhaupt eine Orientierung haben oder ob sie überhaupt für sich das Thema Gender wahrnehmen oder nicht, das ist

00:53:49: der Kern und ich hoff, dass wir da auf 'n, dass das vielleicht sowas hier ein Aufbruchssignal sein kann.

00:53:55: Also, ich freu mich über alle Aufbrüche, aber ich würd mich niemals am Kreuzzug beteiligen.

00:53:59: Und das ist nicht gerade aus Katholik.

00:54:01: Eigentlich sind wir durch, find ich.

00:54:06: Habt ihr noch Fragen?

00:54:07: 'Ne abschließende Frage, wollt ihr noch 'n Statement loswerden, das wir haben 5 Minuten überzogen jetzt.

00:54:12: Oh mein Gott, hi, ich bin Gudrun und ich bin die Mentorheit, ich bin hetero.

00:54:19: Wir hatten es, wir hatten es vorher, die Thematik queere Interessen sichtbar machen, zum Beispiel auch in Gesetzgebung, in in Verwaltungen.

00:54:30: Ich hab meine berufliche Zeit überwiegend in der Kommunalverwaltung zugebracht, dort auch im Bereich I.

00:54:37: T.

00:54:37: Von daher hab ich diese logische Denke, wie wie kann ich ein ein Formular ausfüllen und zum Beispiel bei Kindergärten, die Eltern,

00:54:47: denn da muss man nachfragen, bei einer gleichgeschlechtlichen Beziehung, wen schreibe ich jetzt bei Vater oder bei Mutter.

00:54:55: Das ist jetzt aber nur so ein so ein Ausweichdingens.

00:54:59: Vorher war die Frage fürs Melderecht, wen hat man denn konsultiert, wie das zu fassen ist.

00:55:05: Und dann wollte ich eigentlich so die Idee geben, es war auch hieß ja, wen lade ich ein zu Veranstaltungen.

00:55:13: Wir haben zum Beispiel einen Städtetag, einen Gemeindetag,

00:55:17: Wir haben auch Gewerkschaften.

00:55:20: Ich hab auch nicht mitbekommen, dass irgendjemand hier in der Personalvertretung tätig ist, wo durchaus Leute hier einen Platz finden können.

00:55:28: Die müssen keinen Urlaub nehmen und die sind noch im Berufsleben.

00:55:32: Die könnten hierher kommen und als Ausführende in Alltag wirken.

00:55:39: Und da hast du dann auch gleich mögliche Verteiler angesprochen, über die man solche Menschen gewinnen kann.

00:55:45: Total cool.

00:55:47: mehr von dem, aber wir sind schon über der Zeit.

00:55:52: Ist es für euch O.

00:55:53: K., wenn wir jetzt 'n Punkt setzen?

00:55:57: Generelles Nicken, sehr gut.

00:56:00: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:56:02: Anregungen und Fragen zur heutigen Folge können Sie uns gerne über unsere E-Mail-Adresse Pressestelle at E.

00:56:09: V.

00:56:09: minus Akademie minus Boll.de oder über Instagram oder Facebook zusenden.

00:56:16: Wir freuen uns, wenn Sie beim nächsten Mal wieder dabei sind.

00:56:19: Abonnieren Sie gerne unseren Podcast.

00:56:22: Herzliche Grüße aus der Evangelischen Akademie Bad Boll.

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